Wie kann das sein?

Ich habe nicht geheizt und soll 2200 Euro zahlen

Lesedauer: 2 Minuten
Oliver Müller (43) hat seine Heizung nie angestellt, um zu sparen. Jetzt bekam er trotzdem die Nachzahlungsforderung über 2200 Euro Foto: Ralf Günther

Lieber ein Grad kälter, um Geld zu sparen. Viele Mieter haben bereits in den letzten zwei Jahren ihre Heizungs-Regler heruntergedreht. Aus Angst vor der Gaskosten-Explosion und den angekündigten Preis-Steigerungen. Oliver Müller (42) aus Berlin-Reinickendorf hat gar nicht geheizt – und soll trotzdem 2200 Euro nachzahlen!

Pflege-Mitarbeiter Müller wohnt mit seinen beiden Söhnen (9 und 13) im Gewobag-Hochhaus an der Neheimer Straße 12 in Tegel-Süd. 5. Stock, 60 Quadratmeter, zweieinhalb Zimmer. Kurz nach Weihnachten bekam er die Betriebskosten-Abrechnung für 2022. Und fiel aus allen Wolken.

„2200 Euro Nachzahlung! Dabei habe ich gar nicht mehr geheizt, weil ich mir es einfach nicht leisten kann“, sagt Müller. „Ich arbeite bis 17 Uhr, meine Söhne besuchen eine Ganztagsschule, tagsüber sind wir nicht zu Hause.“

An seinen Heizkörpern ermitteln und übertragen Funkmessgeräte automatisch die Verbrauchswerte. Die durch seine Wohnung laufenden Heizstränge strahlen ausreichend Wärme ab, sagt er. Nur im Zimmer eines Sohnes hat er eine Infrarot-Heizung aufgestellt, weil es zwei Außenwände hat.

Oliver Müller lebt in dem Gewobag-Hochhaus in der Neheimer Straße. „Hier haben alle Bewohner eine hohe Heizkosten-Nachzahlung erhalten.“ Foto: Ralf Günther

Müller: „Wie kann das sein? Meine Nebenkosten sind 16 Euro geringer als im Vorjahr, aber bei den Heizkosten wurde ich auf einen Verbrauch von 4500 kwH geschätzt.“ Sicherheitshalber hatte er die Werte auf den Ablesegeräten mit seinem Handy fotografiert: „Dort standen nur 7 Einheiten.“

Was ihn noch mehr ärgert: Seine Miete wird jetzt dem angeblichen Verbrauch angepasst. Monatlich 200 Euro mehr – auf 800 Euro! Müller hat jetzt schriftlich Widerspruch bei seiner Hausverwaltung eingereicht.

Auf B.Z.-Nachfrage sagt eine Sprecherin der Gewobag: „Wir prüfen aktuell noch mal die Ablesewerte des Mieters.“ Sollte die Abrechnung fehlerhaft sein, würde sie umgehend korrigiert: „Wichtig ist: Wir sind für unsere Mieter und Mieterinnen da und finden gemeinsam Lösungen, beispielsweise durch Ratenzahlungen.“

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