Die Letzte Generation will Berlin lahmlegen. Zum Auftakt der Aktionswoche haben sich so viele Aktivisten wie nie in einer Kirche versammelt. Ihr Glaube ist ungebrochen.
Eine junge Frau mit braunem Pferdeschwanz steht vor dem Altar und hält eine Rede: „Spürt die Leute neben euch, schaut nach links, schaut auch gerne mal nach rechts in das Gesicht eures Nachbarn oder eurer Nachbarin.“ Ihre Worte hallen in der großen Kirche wider. „Lasst uns einen Moment innehalten und die Verbundenheit spüren.“
Auch wenn ihre Rede wie eine Andacht klingt, weil sie langsam und bedeutungsschwer gesprochen ist, erklingt am Ende kein Amen. Stattdessen klatschen Hunderte Hände.
Die St.-Thomas-Kirche am Mariannenplatz in Berlin-Kreuzberg ist die zweitgrößte Kirche der Stadt und sie ist viel besser gefüllt, als es an einem Mittwochmorgen üblich wäre. In vielen Gruppen verteilt sitzen die Aktivisten der Letzten Generation in Stuhlkreisen. Die Klimabewegung hat zu einer großen Aktionswoche in Berlin aufgerufen, Hunderte Menschen aus ganz Deutschland sind gefolgt. Die Berliner Polizei bereitet sich auf Hunderte Einsätze vor, in denen sie die Aktivisten von Straßenkreuzungen entfernen muss. Die Stadt ist nervös.



