Bericht von US-Experten

Herzprobleme nach Impfung möglich

24.06.2021
Lesedauer: 2 Minuten
Quelle: tagesschau.de

US-Experten sehen einen Zusammenhang von selten auftretenden Herzmuskelentzündungen bei jungen Männern und der Corona-Impfung. Die Vorteile der mRNA-Impfstoffe seien jedoch deutlich höher als die Risiken.

Beim Auftreten Hunderter Fälle von Herzmuskelentzündungen nach einer Corona-Impfung halten US-Experten einen Zusammenhang mit den sogenannten mRNA-Vakzinen für „wahrscheinlich“. Diesen Schluss lege die bisherige Datenlage nahe, hieß es bei einer Präsentation in einer von der US-Gesundheitsbehörde CDC einberufenen Expertengruppe.

Die Vorteile einer Impfung gegen das Coronavirus würden die Risiken aber „deutlich überwiegen“. Die Experten prüften den Verdacht, dass die mRNA-Vakzine von BioNTech/Pfizer und Moderna bei jungen Menschen vereinzelt eine Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis) oder des Herzbeutels (Perikarditis) verursachen können.

Dazu werteten sie Daten zu mehr als 300 bestätigten Myokarditis-Fällen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus, die kurz zuvor mit einem mRNA-Vakzin gegen Corona geimpft worden waren. „Myokarditis ist eine seltene, aber keine neue Erkrankung“, erklärte der Kinderkardiologe Matthew Oster. Bislang werde davon ausgegangen, dass die Krankheit normalerweise von Viren verursacht werde. „Es scheint, dass die mRNA-Impfstoffe ein neuer Auslöser sein können“, sagte Oster.

Wenige Fälle, aber viele in der Altersgruppe

Bis zum 11. Juni wurde in den USA bei 323 Patienten im Alter von unter 30 Jahren nach einer Corona-Impfung eine Myokarditis oder eine Perikarditis diagnostiziert. Dem stehen mehr als 50 Millionen Impfdosen gegenüber, die bis dahin an Zwölf- bis 29-Jährige verabreicht wurden.

Die Zahl der Erkrankungen ist damit im Verhältnis sehr niedrig, aber höher als bei dieser Altersgruppe zu erwarten wäre. Vergangene Woche hatte CDC-Chefin Rochelle Walensky erklärt, „die große Mehrheit“ der Betroffenen habe sich „mit Ruhe und unterstützender Behandlung wieder vollständig erholt“. Künftig soll es einen neuen Warnhinweis für die Impfstoffe geben.

Auch Israel prüft Zusammenhang

Als erstes Land hatte zuvor Israel einen möglichen Zusammenhang zwischen den Herzmuskelentzündungen und der Impfung festgestellt. Auch dort wird den Vorfällen nachgegangen.

Jugendliche ab zwölf Jahren können in den USA bislang nur mit dem Vakzin von BioNTech/Pfizer geimpft werden. Der Impfstoff von Moderna ist für Menschen ab 18 Jahren zugelassen.

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