Auf Twitter hatten die Berliner Grüne ein Bild gepostet, auf dem nur Frauen zu sehen waren – inklusive Seitenhieb gegen die Union. Dann stellte sich heraus: So ganz ohne Männer ist das Ursprungsbild nicht entstanden.
Ein Bildausschnitt der Grünen mit den Spitzenkandidatinnen im Bund und im Land Berlin sowie weiteren Frauen hat im Internet für Debatten gesorgt. Das Foto der Damengruppe unter anderem mit Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock und der Spitzenkandidatin für die Berliner Abgeordnetenhaus-Wahl, Bettina Jarasch, hatten die Grünen von Berlin-Mitte auf Twitter mit einer Geschlechterattacke auf die Union versehen und geschrieben: „Während sich auf den Gruppenfotos der Union wieder alte Männer zusammendrängen …“.
Während sich auf den Gruppenfotos der Union wieder alte Männer zusammendrängen…😊 pic.twitter.com/UAmLIKFjbT
— B90/GRÜNE Berlin-Mitte (@gruenemitte) August 4, 2021
Wenig später kam allerdings heraus, dass auf dem Ursprungsfoto die Frauengruppe rechts und links von Männern eingerahmt war, die aber vor der Twitter-Verbreitung weggeschnitten wurden. Grünen-Mitglieder lieferten das Ursprungsbild selbst nach, auch nachdem Kritik aufgekommen war, dass zwar Frauen, aber lediglich Weiße und keine Menschen mit Migrationshintergrund auf dem Foto zu sehen waren.
Liebe Frauen*, holt euch einen Tee und habt Spaß mit den Replys – prall gefüllt mit unkreativen Zeilen, die nur so strotzen von fragiler Männlichkeit.
— Tuba Bozkurt (@TubaBozkurt) August 4, 2021
"#FragileMasculinity refers to anxiety felt by man who believe they are falling short of cultural standards of manhood." https://t.co/5QZuqcFpP5
Die herausgeschnittenen Männer hätten Migrationshintergrund, die Quote von nicht-weißen Menschen auf dem Ursprungsbild liege also bei 40 Prozent, twitterte Tuba Bozkurt, Direktkandidatin der Grünen für die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus im Herbst.
Im Netz führte der Vorgang zu einigen spitzen Kommentaren. Daran konnte auch die Erklärung für das Weglassen der Männer nichts ändern. Die Mitte-Grünen twitterten: „… Damit soll niemand versteckt werden. Um die drumherum geht es im Tweet schlicht nicht…“ Ein User fand kurz und knapp: „Peinlich: Der Ursprungs-Tweet. Und auch die versuchte, unbeholfene Schadensbegrenzung.“
Verwendete Quellen: Nachrichtenagentur dpa


