Koalitions-Poker

„Gewisse Karrieregeilheit“ – SPD-Urgestein Buschkowsky schießt gegen Giffey

01.10.2021
Lesedauer: 2 Minuten
Heinz Buschkowsky mit einer Knallhart-Analyse über Franziska GiffeyFoto: picture alliance / B.Z.-Montage

Einst galt SPD-Spitzenfrau Franziska Giffey (43) als Ziehtochter ihres Neuköllner Bürgermeistervorgängers Heinz Buschkowsky (73). Lange her! Jetzt schießt er hart gegen die Wahlsiegerin!

Giffey und die Berliner SPD seien „zwei völlig unterschiedliche Schuhe“. Sie sei der Stimmenfänger und könne eine Art Trojanisches Pferd sein, so Buschkowsky im „Berliner Rundfunk.“

Der Grund: Teile der Landes-SPD würden am liebsten das Bündnis mit Grünen und Linken fortsetzen, Giffey selbst neige aber zu einer Koalition mit Grünen und FDP.

„Die Berliner SPD ist bei Rot-Rot-Grün wie unter Drogen und der Linken sehr nah“, sagt Buschkowsky zur B.Z. „Das ist Frau Giffey nicht.“ Sie sei dennoch die richtige Kandidatin gewesen. „Was glauben Sie, wie viel Prozent die SPD bekommen hätte, wenn Frau Klose oder Herr Saleh kandidiert hätten?“

Laut Buschkowsky hat Giffey nur zwei Möglichkeiten, sollte die Partei auf Rot-Rot-Grün beharren: „Entweder sie knickt ein, man sagt ihr ja eine gewisse Karrieregeilheit nach, oder sie macht auf Märtyrer und sagt, mit mir nicht.“

Giffeys Ablehnung der Linken gegenüber begründet er mit ihrer DDR-Sozialisierung. „Dass die heute Bock hat, mit SED 2.0 zusammen zu regieren, das glaubt doch im Ernst keiner.“ Für Buschkowsky die logische Schlussfolgerung: dass die SPD statt Giffey ihren Co-Landeschef Raed Saleh (44) zum Regierenden Bürgermeister mache.

Für Buschkowsky die logische Schlussfolgerung: dass die SPD statt Giffey ihren Co-Landeschef Raed Saleh (44) zum Regierenden Bürgermeister mache.

Das Neuköllner Polit-Urgestein: „Ich glaube, er denkt darüber schon nach, wie er sich mit welcher Bewegung die Amtskette umhängt.“

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