Kriminelle Banden

Gewaltwelle in Schweden – eines der „schlimmsten Wochenenden“ seit Langem

23.01.2023
Lesedauer: 2 Minuten
Rettungskräfte stehen an der Stelle in der Stadt Solna, an der ein Mann am Freitagabend erschossen aufgefunden wurde Quelle: dpa/Christine Olsson

Seit Jahren kämpft Schweden mit Gewaltverbrechen von kriminellen Gangs. Die Taten häuften sich zuletzt – am Wochenende starb ein Mann. Ministerpräsident Ulf Kristersson kündigt „weitreichende Maßnahmen“ an.

Eine erneute Gewaltwelle unter kriminellen Gangs in Schweden sorgt bei Ministerpräsident Ulf Kristersson weiterhin für Beunruhigung. „Dieses Wochenende ist eines der schlimmsten gewesen, das wir seit sehr langer Zeit gesehen haben“, sagte der konservative Regierungschef am Montag im schwedischen Rundfunksender SVT.

Da die Gewaltverbrechen nicht von selbst aufhörten, brauche es weitreichende Maßnahmen, um mit der Bandenkriminalität fertig werden zu können, sagte Kristersson. Straftäter müssten eingesperrt und diejenigen ohne schwedische Staatsbürgerschaft ausgewiesen werden. Es werde jedoch Zeit brauchen, bis man das Problem in den Griff bekommen werde, ergänzte er mit Blick auf den jahrelangen Kampf gegen andere Gewaltwellen in New York in den 90er-Jahren und in jüngerer Vergangenheit auch im benachbarten Dänemark.

Schweden kämpft seit Jahren mit Konflikten zwischen rivalisierenden Gangs, bei denen es immer wieder zu Schüssen und vorsätzlich herbeigeführten Explosionen kommt. Jüngst hat sich die Lage in der Hauptstadt Stockholm abermals zugespitzt: Seit Weihnachten kam es dort zu mehr als 20 Gewalttaten dieser Art, darunter gleich mehrere am vergangenen Wochenende. Zwei Menschen wurden während der erneuten Gewaltwelle getötet, zuletzt ein Mann am Freitagabend. Die Stockholmer Polizei erhält nun Verstärkung aus dem ganzen Land.

Innerhalb der Polizei wird nach SVT-Informationen vermutet, dass es unter Kriminellen eine Art Liste mit potenziellen Angriffszielen und dem entsprechenden Preisgeld für das Ausführen von Aufträgen gegen diese Personen gibt. Dahinter soll nach Senderangaben das Netzwerk eines verurteilten 36-Jährigen stecken, der sich in die Türkei abgesetzt hat und unter dem Namen „Der kurdische Fuchs“ bekannt ist.

dpa/vnik

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