Drogen, Waffen, Körperverletzung

Gesucht! Offene Haftbefehle gegen 25 Clan-Mitglieder

25.07.2023
Lesedauer: 2 Minuten
Der Eingang zum Havanna-Club in Schöneberg. Mehr als 100 Beamte waren an der Razzia im Clan-Bereich beteiligt Foto: Spreepicture

Sie sind nicht zu fassen: 25 offene Haftbefehle gegen Berliner Clan-Mitglieder liegen aktuell bei den Fahndern vom Landeskriminalamt (LKA) vor. Hinter Gittern sitzen derzeit schon 16 andere Clan-Kriminelle – u.a. wegen Drogen, Diebstahl mit Waffen, gefährlicher Körperverletzung.

Die Polizei hat im ersten Halbjahr bereits Vermögen in Höhe von fast 2,19 Millionen Euro sichergestellt – verteilt auf fünf Ermittlungsverfahren im Clan-Bereich. Im Vergleich zum Jahr davor (2 Verfahren, 87.905 Euro) eine deutliche Steigerung. Das geht aus einer AfD-Anfrage an den Innensenat hervor.

Die neue Justizsenatorin Felor Badenberg (48, parteilos) hat angekündigt, bis zu 20 zusätzliche Staatsanwälte zur Einziehung von Vermögen einzusetzen. Zu Beginn von Ermittlungsverfahren soll Besitz wie Wohnungen, Autos und Schmuck beschlagnahmt und eingefroren werden, damit Werte nicht mehr beiseitegeschafft werden können und dem Land Berlin entgehen.

Die aktuelle Clan-Bilanz:

► Verfahren: Im Vorjahr gab es in Berlin 872 Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit Clan-Kriminalität. Tendenz steigend (2021: 849)

► Bewaffnung: Von den 501 Tatverdächtigen im Bereich der Organisierten Kriminalität (OK) insgesamt waren im vergangenen Jahr 35 bewaffnet – 7 Prozent (2021: 9,9 Prozent).

► Vermögensabschöpfung: Im gesamten Bereich OK waren es 2022 in 14 Komplexen 2,249 Millionen Euro, die beschlagnahmt wurden (2021: 18 Verfahren mit 5,6 Mio. Euro).

► Haft: 16 Clan-Mitglieder sind derzeit in Berliner Gefängnissen in Haft. Die Straftaten: Drogen-Delikte (6), Betrug (3), Körperverletzung (3), Fahren ohne Führerschein (1), Diebstahl mit Waffen (1). Die Nationalitäten: deutsch (4), deutsch-libanesich (2), libanesisch (2), deutsch-türkisch (1), ungeklärt (5), staatenlos (2).

„Dass die Clankriminalität im Bereich der organisierten Kriminalität heute eine so besondere Gefährlichkeit darstellt, wurde möglich, weil man aus falsch verstandener Multikulti-Toleranz über Jahre und Jahrzehnte die Augen vor dem Problem verschlossen hat. Es wird Zeit, die Ursachen endlich beim Namen zu nennen und mit aller Konsequenz zu beseitigen“, kommentiert der Abgeordnete Karsten Woldeit (48, AfD), der die Zahlen beim Senat erfragt hat.

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