Das meiste Geld aus den USA

Geschasster Verteidigungsminister Resnikow: Ukraine hat 100 Milliarden Dollar Militärhilfe erhalten

04.09.2023
Lesedauer: 3 Minuten
Ukrainische Soldaten feuern einen kroatischen RAK-SA-12 128-mm-Mehrfachraketenwerfer in Richtung der russischen Stellungen (Archivbild). © Quelle: Roman Chop/AP/dpa

Mitten im Krieg entlässt der ukrainische Präsident Selenskyj seinen Verteidigungsminister Resnikow. In seinem letzten Interview im Amt sprach er die bisher von den westlichen Verbündeten der Ukraine geleistete Militärhilfe. Ein Überblick zum Geschehen in der Nacht und ein Ausblick auf den Montag.

Kiew. In seinem letzten Interview als ukrainischer Verteidigungsminister hat Olexij Resnikow die bisher von den westlichen Verbündeten der Ukraine geleistete Militärhilfe auf rund 100 Milliarden US-Dollar (rund 93 Milliarden Euro) beziffert, darunter fast 60 Milliarden US-Dollar von den USA. Das sei Geld, das für Waffen, Militärgerät und Munition ausgegeben worden sei, sagte er der staatlichen Nachrichtenagentur Ukrinform. Darüber hinaus erhält die Ukraine auch Milliardenhilfen des Westens, um etwa ihren Staatshaushalt zu finanzieren. Ferner bekräftigte Resnikow, dass die vom Westen versprochenen F-16-Kampfjets im Frühjahr im Frontgebiet einsatzbereit sein sollen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj entließ seinen Verteidigungsminister und will mitten in der Gegenoffensive nun den jungen Politiker Rustem Umerow in dem Amt sehen. Er werde dem Parlament den 41 Jahre alten Chef des staatlichen Vermögensfonds als Nachfolger des geschassten Olexij Resnikow vorschlagen, teilte Selenskyj am Sonntag in seiner abendlichen Videobotschaft mit. Resnikows Abgang war seit Längerem erwartet worden.

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Resnikow habe seit Beginn des russischen Angriffskriegs 550 Tage als Verteidigungsminister gedient, sagte Selenskyj am Sonntag. „Ich bin der Meinung, dass das Ministerium neue Herangehensweisen braucht und andere Formate der Zusammenarbeit mit den Soldaten und der Gesellschaft insgesamt“, sagte der Präsident. Resnikow war seit November 2021 Verteidigungsminister. Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als 18 Monaten gegen die russische Invasion.

Selenskyj dankt Macron für Unterstützung

Selenskyj dankte bei einem Telefonat mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron für die bisherige Militärhilfe. Selenskyj sagte, es würden auch ukrainische Piloten in Frankreich ausgebildet, was die internationale Kampfjet-Koalition noch schlagkräftiger mache. Besprochen worden seien mit Macron außerdem die nächsten Hilfspakete. Details nannte Selenskyj nicht.

Vereinbart worden sei auch, dass Frankreich und französische Unternehmen am Ukrainischen Forum der Verteidigungsindustrie teilnehmen sollten. Das Land will zu einem der größten Waffenproduzenten der Welt werden. Die Ukraine produziert inzwischen nach offiziellen Angaben auch Raketen mit größerer Reichweite sowie schlagkräftige Drohnen und will diese nach Kriegsende auch exportieren.

Was am Montag wichtig wird

Die ukrainischen Streitkräfte setzen ihre Gegenoffensive fort, um im Süden und im Osten des Landes Gebiete von der russischen Besatzung zu befreien. Zudem treffen sich in der russischen Schwarzmeer-Metropole Sotschi Kremlchef Wladimir Putin und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, der in dem Krieg zwischen Moskau und Kiew als Vermittler auftritt. Bei den Gesprächen soll es auch um eine Wiederaufnahme des Abkommens zur Verschiffung von ukrainischem Getreide über das Schwarze Meer gehen.

RND/dpa

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