Der Kreml ist auf Zermürbungsschlachten in der Ukraine besser eingestellt als der Westen. Aus der Nato kommt die Warnung: „Russland hat sein Nachschubproblem gelöst.“
Berlin, Brüssel, Washington, Riga. Für die Ukraine ist der Krieg gegen Russland ein Wettlauf gegen die Zeit, ein Kampf ums Überleben, doch Dringlichkeit ist in Brüssel nicht zu spüren. Die Gespräche über ein neues Unterstützungspaket für die ukrainische Regierung stocken, seit Monaten geht es kaum voran.
Die Finanzhilfen sind Teil eines großen Gerangels um den europäischen Haushalt, der dringend aufgestockt werden müsste. Das wird er aber nicht, weil die Mitgliedstaaten in Zeiten steigender Zinsen ihr Geld zusammenhalten.
Die Prioritäten, das zeigen die Brüsseler Debatten, haben sich verschoben: Budgetsorgen im Wirtschaftsabschwung, hohe Energiekosten, Migration, der Krieg im Gazastreifen – diese Themen drängen auf der politischen Agenda nach oben. Die Hilfe für die Ukraine ist den EU-Staaten weiterhin wichtig, doch die „Koste es, was es wolle“-Phase ist vorbei.



