Neue Details zum ersten Einsatz

Fregatte »Hessen« schießt Huthi-Drohnen im Roten Meer ab

28.02.2024
Lesedauer: 3 Minuten
Fregatte »Hessen« (am 20.2. vor Griechenland): Erster scharfer Waffeneinsatz der Deutschen Marine Foto: Michael Fischer / dpa

Sie soll im Roten Meer Handelsschiffe schützen. Nun hat die Fregatte »Hessen« nach SPIEGEL-Informationen zwei Drohnen der jemenitischen Huthi-Miliz abgewehrt. Es war der erste Einsatz mit scharfer Munition.

Erst seit wenigen Tagen kreuzt die Marinefregatte »Hessen« zum Schutz von Handelsschiffen im Roten Meer. Nun hat sie einen ersten Angriff der aus dem Jemen agierenden Huthi-Miliz abgewehrt. Das an der EU-Militärmission »Aspides« beteiligte Schiff hatte nach SPIEGEL-Informationen am Dienstagabend zwei feindliche Flugziele erfolgreich bekämpft – es war der erste scharfe Waffeneinsatz. Zuvor hatte unter anderem auch die Nachrichtenagentur dpa über den Einsatz berichtet.

Ein erster Drohnenabschuss fand nach SPIEGEL-Informationen um 20.09 Uhr mitteleuropäischer Zeit statt. Zum Einsatz kam ein 76-Millimeter-Bordgeschütz. Kurz darauf, um 20.14 Uhr, erfasste das Radar des deutschen Kriegsschiffs eine zweite Drohne – diese flog die »Hessen« wiederholt direkt an. Um 20.49 Uhr wurde auch sie abgeschossen – mit dem Nahbereichsverteidigungssystem des Schiffes.

Der Einsatz der Waffensysteme deutet darauf hin, dass die Abschüsse nicht weit von der Fregatte entfernt erfolgten. Die Hessen befindet sich derzeit in den Gewässern vor dem Jemen. Es gab keine Sachschäden an Bord, niemand wurde verletzt.

Die mit Iran verbündete Huthi-Miliz will mit dem Beschuss von Handelsschiffen im Roten Meer ein Ende der israelischen Angriffe im Gazastreifen erzwingen. Der israelische Militäreinsatz ist eine Reaktion auf den Terrorüberfall der islamistischen Hamas am 7. Oktober. Der erst am Freitag begonnene Einsatz der »Hessen« gilt als gefährlichste Mission der Marine in der Geschichte der Bundeswehr.

Einsatz der Fregatte für deutsche Marine »einer der gefährlichsten seit Jahrzehnten«

Der Seeweg durch das Rote Meer und den Suezkanal ist eine der wichtigsten Handelsrouten weltweit. Wegen der Angriffe der von Iran hochgerüsteten Huthis meiden große Reedereien zunehmend die kürzeste See-Verbindung zwischen Asien und Europa – mit erheblichen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft.

Am vergangenen Freitag hatte der Bundestag der deutschen Beteiligung an der EU-Mission »Aspides« zugestimmt. Die »Hessen« war vorher von Wilhelmshaven aus Richtung in Einsatzgebiet gestartet mit dem Ziel, sofort nach dem Bundestagsbeschluss mit der Erfüllung des Auftrags beginnen zu können. Verteidigungsminister Boris Pistorius hatte gesagt, der Einsatz leiste einen Beitrag zur Stabilisierung der Region. »Uns muss aber auch klar sein: Der Einsatz der ›Hessen‹ ist für die Deutsche Marine einer der gefährlichsten seit Jahrzehnten.«

In der vergangenen Woche hatte die Huthi-Miliz erklärt, Angriffe auf Handelsschiffe vor der Küste des Landes ausweiten zu wollen. Man setze auf Eskalation als Antwort auf die Eskalation Israels im Gazastreifen, sagte der Anführer der Gruppe, Abdel-Malik al-Huthi, in einer Fernsehansprache. Bislang seien 48 Schiffe angegriffen worden. Zudem kündigte er den Einsatz von Unterwasser-Waffen an.

Mehrere westliche Staaten, darunter die USA und Großbritannien, sind an Einsätzen zur Abwehr der Angriffe beteiligt. Auch die EU hat einen Militäreinsatz zum Schutz der Handelsschifffahrt im Roten Meer gestartet, an dem sich Deutschland mit der Fregatte »Hessen« beteiligen wird. 

eru/mgb/kor/mrc/dpa

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