Nord-Stream Ermittlungen abgeschlossen

Es war Sprengstoff-Sabotage!

18.11.2022
Lesedauer: 3 Minuten
Gas-Austritt an Nord Stream 2 (Archivbild) Foto: RITZAU SCANPIX/via REUTERS

Jetzt ist es offiziell!

Die Lecks an den Gas-Pipelines Nord Stream 1 und 2 wurden durch schwere Sprengstoff-Sabotage herbeigeführt. Zu diesem Schluss sind Staatsanwaltschaft und Sicherheitspolizei in Schweden gekommen. Die Behörden hatten ihre Ermittlungen nach den Explosionen in der Ostsee Ende September begonnen.

Analysen zeigten Sprengstoffspuren an mehreren entdeckten Fremdkörpern, teilte der mit den Voruntersuchungen betraute Staatsanwalt Mats Ljungqvist am Freitag mit. Die fortgeschrittenen Analyse-Arbeiten würden fortgesetzt, um sicherere Rückschlüsse rund um den Vorfall ziehen zu können.

Gas-Austritt im September aus vier Lecks

Bilder der zerstörten Nord-Stream-Gaspipeline zeigen das Ausmaß der Zerstörung
Bilder der zerstörten Nord-Stream-Gaspipeline zeigen das Ausmaß der Zerstörung Foto: Atlas via Reuters

Was war geschehen?

Ende September waren nach Explosionen in der Nähe der Ostsee-Insel Bornholm insgesamt vier Lecks an den Gas-Pipelines Nord Stream 1 und 2 entdeckt worden, jeweils zwei davon in den Wirtschaftszonen Dänemarks und Schwedens.

Bereits Tage nach Entdeckung der Lecks war vermutet worden, dass Sabotage dahintersteckt und sie durch vorsätzlich herbeigeführte Detonationen verursacht wurden. Russland bestreitet, für die Lecks verantwortlich zu sein.

Steckt eine Spezialeinheit von Putin dahinter?

Jedoch: Nach BILD-Informationen könnte die Spur zu einer Spezialeinheit von Kriegstreiber Wladimir Putin führen! Dabei handelt es sich um die 561. Marinebrigade des russischen Militärgeheimdienstes GRU.

Die Unterwasser-Sabotage-Profis haben ihren Sitz im Dörfchen Primorsk – direkt an der Ostseeküste. Von dort, heißt es aus Nato-Kreisen, hätten sich die Taucher den Pipelines Nord Stream 1 und 2 nähern können, um zuzuschlagen.

So könnte der Anschlag durchgeführt worden sein

Experten schilderten zwei Szenarios, wie der Sprengstoff-Anschlag durchgeführt worden sein könnte.

▶︎ Szenario 1: Kampftaucher haben Sprengsätze an den Pipelines angebracht.

Dafür, so Anders Puck vom Royal Danish Defense College in Kopenhagen, brauche es nur ein Boot und einige im Umgang mit Explosivstoffen geschulte Spezialisten.

Infografik / Karte: Lecks in Nord Stream
Quelle: info.bild.de

▶︎ Szenario 2: Die Sprengsätze wurden mithilfe von Unterwasserdrohnen angebracht.

Kenneth Øhlenschlæger Buhl vom Department of Strategy and War Science an der Norwegian Defence Academy in Oslo sagte: „Solche Drohnen werden ferngesteuert. Sie steigen ab und orten ganz genau, wo sich die Leitungen befinden. Anschließend platzieren sie eine Bombe darauf oder daneben, verschwinden und dann Bumm!“

In beiden Fällen ist denkbar, dass die Sprengladungen bereits vor längerer Zeit platziert worden sein könnten.

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