Erstes EU-Land dreht Millionen Bürgern das Warmwasser ab

19.11.2022
Lesedauer: 2 Minuten
In Frankreich wird zu Mittag in Millionen Haushalten kein Warmwasser mehr erhitzt. A. Vossberg / Visum / picturedesk.com

Frankreich hat einen drastischen Schritt gewagt: Millionen Bürgern wird zur Mittagszeit der Warmwasser-Boiler einfach abgedreht.

Ukraine-KriegTeuerung und Blackout-Angst sorgen für Verunsicherung in ganz Europa. In Frankreich hat die Regierung einen drastischen Schritt gewagt, die Ankündigung dazu sorgte im Oktober für einen Aufschrei: Um in Zeiten der höchsten Netzlast Energie zu sparen, wurden aus der Ferne Millionen von Warmwasser-Boilern im ganzen Land für mehrere Stunden einfach abgeschaltet.

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Damit wollten die Behörden einem möglichen Blackout durch eine Überlastung entgegenwirken, denn 70 Prozent des französischen Stroms stammt aus Kernkraftwerken – von denen ist allerdings knapp die Hälfte wegen Reparaturarbeiten vom Netz genommen worden.

Großer Erfolg

Die umstrittene Maßnahme habe sich als großer Erfolg entpuppt, meldet der französische Stromnetzbetreiber Enedis. Wie „Le Parisien“ berichtet, sollen zur Spitzenzeit um 12.30 Uhr – wo im ganzen Land die E-Herde heiß laufen – durch die temporäre Boiler-Abschaltung 2,4 Gigawatt an Leistung eingespart worden sein. Das entspreche der Leistung von zwei Atomkraftwerken bzw. dem Verbrauch von 2,4 Millionen Menschen. Und das, ohne dass den meisten Bürgern irgend ein Nachteil entstanden sei.

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So funktioniert Boiler-Abschaltung

Konkret werden nämlich seit einem Monat die Wasserboiler von 4,3 Millionen Kunden, die mit einem Smart-Zähler ausgestattet sind, zwischen 12 und 14 Uhr ausgeschaltet. In diesen zwei Stunden heizen sie kein Wasser mehr auf, mit dem Restvolumen an bereits erwärmten Wasser würden die meisten Menschen dann für den Rest des Tages auskommen. 

Wie früher bei Nachtspeicher-Tarifen auch in Österreich springt der Boiler dann wieder an, wenn der Stromverbrauch in der Nacht wieder gering ist. Bis Mitte April soll die Maßnahme deshalb noch fortgeführt werden. Bisher habe es wenige Klagen darüber gegeben, heißt es seitens des Stromnetzbetreibers Enedis.

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