Energiekrise: Licht aus in Bayerns Städten und Kommunen

02.09.2022
Lesedauer: 3 Minuten
Symbolbild. Das Schloss Neuschwanstein bei Füssen während der Earth Hour im März 2021 Bildrechte: dpa-Bildfunk/Karl-Josef Hildenbrand

Von heute an gelten neue Energieeinsparregeln. Denkmäler und öffentliche Gebäude werden nicht mehr beleuchtet, so ein Teil des Beschlusses der Bundesregierung. Bayerns Städte und Gemeinden haben vielerorts schon früher das Licht ausgemacht.

Keine Beleuchtung mehr von Denkmälern, Wahrzeichen und öffentlichen Gebäuden in Bayern. Schneller als von der Bundesregierung beschlossen, haben schon einige bayerische Städte und Gemeinden das Licht ausgeschaltet, um Energie zu sparen.

So erstrahlen Nürnbergs Burg und Stadtmauer bereits seit Wochen nachts nicht mehr. Manche bayerische Kommune hat sogar die Straßenbeleuchtung ausgestellt, wie im unterfränkischen Erlenbach. Auch in Augsburg ist die Fassadenbeleuchtung von Denkmälern und historischen Gebäuden ausgestellt.

Sogar das nächtliche Abschalten von Verkehrsampeln werde geprüft, sagt Augsburgs Oberbürgermeisterin Eva Weber. Es gehe darum, jetzt im Sommer die Bevölkerung darauf einzustimmen, dass die Zeiten gerade nicht normal sind und wir uns alle gemeinsam auf das Energiesparen einstellen müssen. „Die Dinge verändern sich. Wir müssen entsprechend reagieren“, so Augsburgs Oberbürgermeisterin.

Nürnbergs Burg und Schloss Neuschwanstein leuchten nicht mehr

Ein Zeichen setzen und zugleich Energie sparen will die Touristenregion rund um Füssen. So steht Bayerns bekanntestes Schloss nachts schon länger nicht mehr im Rampenlicht: das Schloss Neuschwanstein im Ostallgäu. Dort wie auch am Nachbarschloss Hohenschwangau ist die Außenbeleuchtung bereits seit vier Wochen ausgeschaltet. Der Gemeinderat Schwangau hatte das beschlossen.

Tourismusdirektor Stefan Fredlmeier in Füssen trägt die Entscheidung mit. Es sei ein sichtbarer Beitrag und ein Zeichen. „Auch wenn wir Touristiker natürlich ein bisschen aufjaulen, weil wir gewöhnt sind, unsere Attraktionen im wahrsten Sinne des Wortes ins beste Licht zu setzen, ist das meiner Ansicht nach zu verschmerzen, weil wir eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung tragen in dieser Situation, und dieser Beleuchtungsstopp ist eben ein solcher Beitrag.“

Flughafen München: Tausende Lichter sind aus

Energie reduzieren will auch der Flughafen München und hat bereits die farbenfrohe Dachbeleuchtung über dem Forum des München Airport Centers ausgeschaltet. Insgesamt wurden auf dem Flughafengelände bereits 7.000 Lichtpunkte abgeschaltet, teilt der Flughafen München mit. Das entspreche dem Verbrauch von rund 850 Haushalten. Auch das große „M“-Logo an den Zufahrten leuchtet erst einmal nicht mehr.

Bayerischer Gemeindetag: Gemeinsam durch die Energiekrise

Für die meisten Städte und Kommunen sei es eine Selbstverständlichkeit, in der Energiekrise zu helfen, sagt Juliane Thimet, stellvertretende Geschäftsführerin des bayerischen Gemeindetags. Schwierig werde es aber bei der Straßenbeleuchtung. Dabei gehe es um die Verkehrssicherungspflichten. Das liege in der kommunalen Selbstverwaltung. Jeder Gemeinderat, jeder Stadtrat müsse selber das richtige Maß finden, so Juristin Juliane Thimet. Zum einen muss die Sicherheit des Verkehrs gewährleistet sein, zum anderen dürfe es nicht nur um schöne Straßen gehen. Die Beleuchtung müsse energietechnisch möglichst zurückgefahren werden.

Die bundesweite Energiespar-Verordnung gilt zunächst für ein halbes Jahr, bis Ende Februar 2023. Das bedeutet auch, dass die Weihnachtszeit dieses Jahr nicht so hell erleuchtet sein wird.

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