Pressekonferenz am Sonntagmittag

Drei Schwerverletzte nach Messerattacke in ICE – Was wir bisher wissen

06.11.2021
Lesedauer: 3 Minuten
In einem ICE zwischen Regensburg und Nürnberg hat es am Samstagmorgen eine Messerattacke gegeben. Drei Menschen wurden dabei schwer verletzt. Die Polizei war über Stunden mit einem Großaufgebot vor Ort. Der mutmaßliche 27-jährige Täter wurde festgenommen. Quelle: WELT/ Thomas Laeber

Am Samstag um kurz nach 9 Uhr ging bei der Polizei der Notruf ein: In einem ICE hat es eine Messerattacke gegeben. Drei Menschen wurden schwer verletzt. Der mutmaßliche Täter wurde festgenommen. Am Sonntagmittag gibt es eine Pressekonferenz von Polizei und Staatsanwaltschaft.

Bei einer Messerattacke in einem ICE zwischen Regensburg und Nürnberg sind drei Menschen schwer verletzt worden. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz sagte am Samstag: „Der mutmaßliche Täter wurde festgenommen. Es gibt keine Erkenntnisse, dass weitere Täter vorhanden sind.“ Die Hintergründe waren noch völlig unklar.

Weitere Auskünfte wollen Polizei und Staatsanwaltschaft am Sonntag bei einer Pressekonferenz in Neumarkt in der Oberpfalz geben. Polizeipräsident Norbert Zink, zwei weitere Polizeibeamte und der Leitende Oberstaatsanwalt Gerhard Neuhof luden für 13 Uhr zu einer Pressekonferenz im Landratsamt Neumarkt ein. Sie soll auf der Facebook-Seite der Polizei Oberpfalz live übertragen werden. „Hierbei werden die näheren Umstände der Geschehnisse dargelegt“, kündigte die Polizei an.

Der Tathergang: Am Samstagmorgen verletzte ein Mann im ICE Passau-Hamburg zwischen Regensburg und Nürnberg drei Menschen mit einem Messer. Kurz nach der Attacke gegen 9 Uhr überwältigten Polizisten den Mann im Zug und nahmen ihn fest.

Der Zug kam nach der Messerattacke am Bahnhof Seubersdorf nahe Neumarkt in der Oberpfalz auf halbem Weg zwischen Regensburg und Nürnberg außerplanmäßig zum Halt. Weil die Lage zunächst völlig unklar war, rückte die Polizei mit einem Großaufgebot an und räumte den Zug. Etwa 200 Fahrgäste wurden laut Rotem Kreuz bis zum späten Nachmittag in einem Gasthaussaal betreut und verpflegt.

Der mutmaßliche Täter: Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich nach Informationen von WELT AM SONNTAG um einen 27 Jahre alten Syrer, der bereits vor der Station Regensburg in den Zug gestiegen war.

Die genauen Hintergründe der Tat waren am Samstagnachmittag laut Polizeiangaben noch unklar. Bislang gebe es keine Hinweise auf ein politisches oder terroristisches Motiv. Der Täter soll sich bereits vor der Messerattacke „psychisch auffällig“ verhalten haben, heißt es aus Sicherheitskreisen. Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth leitete Ermittlungen wegen des Anfangsverdachts versuchter Tötungsdelikte ein.

Die Opfer: Aus Sicherheitskreisen hieß es, bei den Verletzten handle es sich um drei Männer im Alter von 26, 39 und 60 Jahren. Sie sollen sich laut Auskunft eines Polizeisprechers außer Lebensgefahr befinden.

Nach der Tat: Die Bahnstrecke Regensburg-Nürnberg war ab dem Vormittag gesperrt. Andere Züge auf der Strecke seien zunächst an geeigneten Bahnhöfen zurückgehalten worden, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn am Mittag. Der Fernverkehr werde über Ingolstadt umgeleitet. Für die Fahrgäste bedeute das 30 bis 60 Minuten längere Fahrzeiten.

Gegen 18.30 Uhr wurde die Strecke wieder freigegeben.

Die Reaktionen: Bundesinnenminister Horst Seehofer drückte sein Entsetzen aus und rief zur Besonnenheit auf. „Die grausame Messerattacke im ICE ist furchtbar“, zitierte ihn Ministeriumssprecher Steve Alter im Kurznachrichtendienst Twitter. Seehofer hoffe, dass die Verletzten und diejenigen, die diese Tat miterleben mussten, schnell und vollständig gesund werden.

Seehofer, der bis zur Bildung einer neuen Regierung geschäftsführend im Amt ist, dankte demnach den Einsatzkräften der Polizei und dem Zugpersonal „für ihren mutigen Einsatz“. Der CSU-Politiker sagte, die Hintergründe der grausamen Tat seien noch unklar und müssten aufgeklärt werden. „Erst dann ist eine Bewertung möglich.“

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte: „Die Polizei arbeitet mit Hochdruck daran, die Hintergründe der schrecklichen Tat und die Motivlage des Täters schnellstmöglich aufzuklären.“ Dabei müsse auch geprüft werden, inwieweit psychische Probleme vorlägen.

AFP/dpa/jm/vu/ll/ibra/jr

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