Österreich regiert mit der Aufrüstung seines Grenzschutzes auf die steigende Zahl irregulärer Migranten, die von Ungarn her einreisen. Erinnerungen an die Flüchtlingskrise 2015 werden wach.
Mit dem ikonischen Bild eines von Stacheldrahtrollen strotzenden Eisenbahnwaggons hat der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán vor sechs Jahren die Route, die hunderttausende Migranten sein Land passieren ließ, scheinbar geschlossen. Auch Sebastian Kurz, der damalige Außenminister im Nachbarland rühmte sich, durch die Koordinierung von Grenzschutzmaßnahmen von Mazedonien bis Österreich „die Balkanroute geschlossen“ zu haben – ein Ruhm, der ihn bis ins Bundeskanzleramt in Wien tragen sollte.
Umso überraschender ist die Erkenntnis, die sich heute abzeichnet: Es kommen immer mehr Menschen als illegale Migranten über den Balkan nach Österreich, und zwar zu einem großen Teil mit Ungarn als letztem Transitland. Schon werden – nicht zuletzt im innenpolitischen Spiel – Erinnerungen an 2015 heraufbeschworen, und damit an das Jahr der sogenannten Flüchtlingskrise.
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