Drogenbericht der Bundesregierung

Deutlich mehr Tote durch Opiate und Amphetamine

16.05.2022
Lesedauer: 2 Minuten
Utensilien für den Heroinkonsum: Zahl der Drogentoten steigt Foto: Marcus Simaitis/ dpa

Im vierten Jahr in Folge ist die Zahl der Drogentoten in Deutschland gestiegen. Der Beauftragte der Regierung spricht von »schockierenden« Zahlen – und will die Länder in die Pflicht nehmen.

Im Jahr 2020 sind in Deutschland 1826 Männer und Frauen durch den Konsum illegaler Rauschmittel gestorben. Dies teilte der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Burkhard Blienert, am Montag in Berlin mit. Die aktuelle Zahl bedeutet einen Anstieg um 15,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr, als 1581 Menschen starben. 2017 waren es 1272 Drogentote.

Wie in den vergangenen Jahren gab es die meisten Todesopfer wegen Heroin und anderer Opioide, allein oder in Verbindung mit anderen Stoffen. Die Zahl der Rauschgifttoten durch alleinige Überdosierung von Heroin ist auf 195 gestiegen. Durch eine Überdosis von Opioid-Substitutionsmitteln starben 88 Menschen – 167 Prozent mehr als im Vorjahr.

Blienert nannte die Zahlen »schockierend«. Ein »Weiter so« in der deutschen Drogenpolitik dürfe es nicht geben. Hilfe, Behandlung und Beratung müssten schneller und direkter bei den Menschen ankommen.

»Was wir jetzt brauchen – und zwar schnell – ist ein Grundsatzgespräch mit den Ländern«, sagte Blienert. »Es darf nicht sein, dass Menschen, die schwer suchtkrank sind, gar nicht erreicht und mit ihrer Erkrankung sowie deren sozialen Folgen allein gelassen werden.«

Gestiegen sind dem Bericht zufolge  auch die Zahlen der Toten durch alleinige Vergiftungen mit Amphetamin (92), Amphetaminderivaten (13), Methamphetamin (23) sowie Kokain (74). 

ala/dpa

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