Rechte Sozialistin gründet Partei

Der Wagenknecht-Plan für Deutschland

19.10.2023
Lesedauer: 4 Minuten
Ex-Linken-Ikone Sahra Wagenknecht (54) will die deutsche Parteienlandschaft aufwirbeln Foto: Michael Kappeler/dpa

s soll Sarahs roter Oktober werden!

Anfang September enthüllte BILD, Linken-Ikone Sahra Wagenknecht (54) will eine eigene Partei gründen. Und zwar im Herbst.

Nun steht fest: Die Parteigründung rückt immer näher. Die Frau, die „Scholz stürzen und die Ampel stoppen“ will, stellt am kommenden Montag ihren Verein „BSW – Für Vernunft und Gerechtigkeit“ vor. Das Kürzel soll für „Bündnis Sahra Wagenknecht“ stehen.

Ihr Ziel: Spätestens zu den Landtagswahlen in Ostdeutschland soll die Partei startklar sein und in Parlamente einziehen. Laut „FAZ“ soll bereits an Sozialplänen für die 108 Mitarbeiter der Linken-Fraktion gearbeitet werden. Sollte neben Wagenknecht noch ein weiterer Abgeordneter die Fraktion verlassen, verliert die Linken-Fraktion ihren Status – und damit auch die Finanzierung ihrer Mitarbeiter.

Doch was genau will Wagenknecht? Was hat sie mit unserem Land vor? Das hat BILD anhand ihrer bisherigen Aussagen analysiert.

Der Wagenknecht-Plan für Deutschland:

EU: Wagenknecht schürt Ablehnung gegen die EU, will wieder „national“ regieren – wie die AfD. Die EU bezeichnet Wagenknecht als „Elitenprojekt“, das sich gegen Arbeitnehmer, Geringverdiener und Kleinunternehmer richte.

► Sozialstaat: ein Lieblingsbegriff von Wagenknecht „soziale Gerechtigkeit“. Heißt: höhere Löhne, mehr Geld für Arme. Das will Wagenknecht erreichen über „staatlich regulierte Höchstpreise“ und deutlich höhere Steuern für Reiche sowie Unternehmen: „Reibach der Großkonzerne abschöpfen“ und „Gewinne wegbesteuern“ nennt sie das.

Wagenknecht an der Seite ihres zweiten Ehemanns, dem Ex-Linken- und Ex-SPD-Politiker Oskar Lafontaine (79)
Wagenknecht an der Seite ihres zweiten Ehemanns, dem Ex-Linken- und Ex-SPD-Politiker Oskar Lafontaine (79)
Foto: Getty Images

▶︎ Wirtschaft: Die Ex-Kommunistin will viel mehr Staatskontrolle der Wirtschaft. Für Unternehmen fordert Wagenknecht u. a. „Kontrollorgane, die mit Leuten besetzt sind, deren Interesse sich möglichst mit dem einer langfristig guten, stabilen und erfolgreichen Unternehmensentwicklung“ decken. Heißt: Staatlich besetzte Kontrolleure sollen unsere Firmen leiten und lenken. Die Unternehmensform der Kapitalgesellschaften hält Wagenknecht für überholt, Finanzmärkte will sie stärker regulieren.

► Außenpolitik: Wagenknecht steht für einen scharfen Linkskurs. Sie will eine enge Bindung zu Moskau, fährt einen knallharten Pro-Putin-Kurs. Es gehe um „eine Außenpolitik, die wieder auf Diplomatie setzt statt auf Waffenlieferungen.“ Der „Rüstungshaushalt“ dürfe nicht noch weiter steigen. Mit Russland müsse ein Frieden her, um jeden Preis.

Der „Wirtschaftskrieg“ gegen Putin schade nicht Putin, sondern unserer eigenen Wirtschaft, sagt die Politikerin. Im Klartext: Wagenknecht steht an Putins Seite, redet vom „Wirtschaftskrieg“ des Westens gegen Russland – ähnlich wie die AfD und der Kreml-Fürst persönlich! Russland und Ukraine setzt sie als Kriegsparteien gleich, kehrt Täter- und Opferrolle sogar um.

 Einwanderung: will Wagenknecht begrenzen. Sie schimpft über die bisherige Politik der Bundesregierungen. „Wer Zuwanderung steuern und begrenzen will, wird als Nazi abgestempelt.“ Bürger würden „moralisch geächtet“. Diese „Cancel Culture“ müsse die Politik beenden.

Vor allem spricht sich Wagenknecht gegen Fachkräfte-Einwanderung aus. „Normalerweise führt Arbeitskräftemangel zu steigenden Löhnen. Heute dagegen motiviert er das Unternehmerlager vor allem, nach noch mehr Zuwanderung zu rufen“, so die Logik.

Ex-Linke Sahra Wagenknecht geht an AfD-Chefin Alice Weidel im Bundestag vorbei
Die Ex-Linken-Ikone (l.) und AfD-Co-Chefin Alice Weidel (44): Bei einigen politischen Zielen kommen sie sich sehr nah
Foto: imago/Sven Simon

Globalisierung: wird von Wagenknecht scharf kritisiert. Sie bedient rechte globalistische Verschwörungstheorien, spricht vom langen Arm eines Bill Gates, der die Weltgesundheitsorganisation beeinflusse. Sie beklagt „kostensparenden Auslagerungswahn“ deutscher Konzerne, will eine „De-Globalisierung“. Bedeutet: die Abschottung Deutschlands.

Gendern: lehnt Wagenknecht ab, wittert ein „linksgrünes Milieu, das unablässig den Kampf gegen rechts im Munde führt“. Grüne, SPD und Linkspartei hätten sich „auf den Irrweg des Linksliberalismus eingelassen“.

Wurde 2016 mit einer Sahnetorte attackiert: Die damalige Linken-Fraktionsvorsitzende im Bundestag
Wurde 2016 mit einer Sahnetorte attackiert: die damalige Linken-Fraktionsvorsitzende im Bundestag
Foto: picture alliance / dpa

Wagenknechts Feindbild:die „linksliberalen Lifestyle-Linken“, die sich statt um die Sorgen der Arbeitnehmer um Klima, Migration, sexuelle Vielfalt kümmern.

Ihre Parole dagegen: „Wertkonservativ und zugleich links zu sein, ist kein Widerspruch“. Übrigens: Wagenknecht selbst, die Freundin aller Proletarier, gesteht, zuletzt während der Schulzeit in der Produktion gearbeitet zu haben: „Dazu waren wir verpflichtet.“

Der Linkspartei droht durch Wagenknechts Pläne der Verlust des Fraktionsstatus im Bundestag. Linken-Chefin Janine Wissler (42) stichelte in der ARD gegen ihre ehemalige Parteifreundin: „Angesichts der verheerenden Politik der Ampel“ müsse eine linke Bundestagsabgeordnete Opposition gegen die Bundesregierung machen und Alternativen vorlegen. Wagenknecht sei stattdessen auf einem „Egotrip“.

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