Datenleck: Informant behauptet, US-Behörden inszenieren Amokläufe

06.05.2023
Lesedauer: 2 Minuten
Diese Fotoillustration zeigt den Verdächtigen Jack Teixeira, wie er ein Selfie von sich macht. Bildquelle: Stefanie Reynolds/AFP

Der Geheimdienst-Leak beim US-Militär wirft weiter Fragen auf: Die New York Times hat nun neue Details über Chatnachrichten von Jack Teixeira veröffentlicht.

Im Fall des kürzlich aufgedeckten Datenlecks von Dokumenten der US-Geheimdienste ist das genaue Motiv des Verdächtigen trotz der Sichtung Tausender seiner Internet-Posts noch unklar. Die New York Times berichtete am Samstag unter Berufung auf mehrere Tausend Beiträge, die Jack Teixeira in einem Internet-Chatraum postete, viele Fragen zu den Beweggründen des jungen Mannes seien weiter offen.

Die Nachrichten bieten demnach aber Einblick in die Denkweise des Militärmitarbeiters. „Er scheint sich in gewisser Weise als Autor eines Insider-Newsletters gesehen zu haben, der seine Online-Freunde aufklären sollte – und nicht als Whistleblower, der eine große Enthüllung von Regierungsgeheimnissen plante“, schrieb das Blatt.

Verbeitete Jack Teixeira Verschwörungstheorien?

Teixeira verbreitete laut den Recherchen der Zeitung unter anderem diverse Verschwörungstheorien und behauptete etwa, US-Behörden seien an der Inszenierung von Amokläufen beteiligt, um Einfluss auf die Debatte über Waffengesetze zu nehmen.

Bilder und Beiträge aus dem Chatraum belegen einmal mehr die bereits zuvor überlieferte Waffenliebe des Anfang 20-Jährigen. Er veröffentlichte dort unter anderem Bilder seiner Waffen und sinnierte über große Schießereien im Land. „Ich finde, Amokläufe zu analysieren ist cool. Und macht Spaß“, zitierte das Blatt eine seiner Nachrichten.

Verschlusssachen enthielten auch Informationen zum Ukraine-Krieg

Teixeira steht im Verdacht, streng vertrauliche Dokumente der US-Geheimdienste und des Verteidigungsministeriums in einem geschlossen Chatraum veröffentlicht zu haben. Von dort aus sollen sie sich weiter verbreitet haben, bis Behörden und Medien darauf aufmerksam wurden. Die Verschlusssachen enthielten zum Beispiel Informationen zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, aber auch Details zu angeblichen Spähaktionen der USA gegen Partner.

Die Bundespolizei FBI hatte Teixeira Mitte April festgenommen. Dem IT-Spezialisten der Nationalgarde werden unbefugte Entfernung, Aufbewahrung und Übermittlung von Verschlusssachen und nationalen Verteidigungsinformationen zur Last gelegt.

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