Dieses Corona-Urteil von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (54, CSU) hat es in sich!
Söder sagte am Dienstag bei BILD LIVE: „Das gesamte System Pflege ist nicht gesund.“ Verantwortlich: die Bundesregierung. „Man hat versäumt, schlichtweg mehr zu zahlen.“ Die Folge: Pfleger-Schwund – und das mitten in der Pandemie.
RUMMS! Bayern-Attacke auf Berlin!
Und vor allem auf Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (41, CDU). Der ließ auf BILD-Anfrage ausrichten: „Pflege war eines der Hauptthemen dieser Legislatur.“ Die Bundesregierung habe zusätzliche Pflege-Stellen finanziert und die Bezahlung erhöht. Doch das Ministerium räumt ein: Weitere Schritte müssten „dringend folgen“.
Fakt ist: Aktuell melden Deutschlands Kliniken rund 6300 betreibbare Intensivbetten WENIGER als vor einem Jahr. Die Intensivstationen drohen deutlich schneller vollzulaufen – das Personal wird noch stärker belastet.
WIE KANN DAS SEIN?
▶︎ In einer Studie des Deutschen Krankenhausinstituts gaben 72 % der befragten Krankenhäuser an, bis zu 10 % weniger Intensivkräfte zur Verfügung zu haben als Ende 2020.
Doch das Schock-Minus von 6300 Betten kann das allein noch nicht erklären. Dafür ist auch das komplizierte Klinik-System verantwortlich, dessen wahre Kapazitäten von außen kaum zu verstehen sind.


Virologe Prof. Klaus Stöhr (62) sagt über die Anzahl freier Betten zu BILD: „Sie hängt maßgeblich davon ab, wofür die Krankenhäuser die Betten einsetzen; vor allem in welchem Umfang planbare Eingriffe verschoben werden.“
Besonders bitter: Am Anfang der Pandemie bezahlte der Bund für jedes neu geschaffene Intensivbett 50 000 Euro. Laut Bundesrechnungshof kassierten Krankenhäuser von März bis September 2020 dafür rund 700 Mio. Euro.
ABER: Mehr betreibbare Betten als vorher gab es nicht. Nach der Geldspritze hieß es: Die Betten waren nie das Problem – sondern das verfügbare Personal.
„Betten, für die keine Pflegekräfte zur Verfügung stehen“
Bizarr: Die Intensivmediziner-Vertretung DIVI meldet derzeit eine Notfallreserve von knapp 10 000 Betten, die innerhalb von sieben Tagen einsatzbereit sein soll. Doch die existiert nur auf Papier.
Auf BILD-Anfrage teilte DIVI mit: Es handele „sich dabei um Betten, die in den Kliniken vorhanden sind, für die aber aktuell in erster Linie keine Pflegekräfte zur Verfügung stehen“.


Auch wirtschaftliche Interessen spielen eine Rolle.Mediziner Prof. Klaus-Dieter Zastrow (71) erklärt in BILD: „Intensivstationen müssen voll sein, sonst sind sie für die Kliniken unwirtschaftlich.“ Eine hohe Auslastung allein sei kein Grund zur Angst. Zastrow: „Denn die Wahrheit ist auch: Rund die Hälfte der Patienten fällt in die Kategorie ‚low care‘ und könnte im Extremfall auf andere Stationen verlegt werden.“


