Corona-Impfung

CureVac-Impfstoff mangels Wirksamkeit vorerst bedeutungslos

01.07.2021
Lesedauer: 2 Minuten
Ampullen für den BioNTech-Impfstoff © Christophe Ena/​AFP/​Getty Images

Das Gesundheitsministerium will für das kommende Jahr 204 Millionen Impfdosen bestellen. AstraZeneca und der deutsche CureVac-Impfstoff werden dabei nicht miteinbezogen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will für das kommende Jahr 204 Millionen Corona-Impfdosen beschaffen. Damit stünden für Deutschland samt Sicherheitsreserve etwas mehr als zwei Dosen pro Einwohner zur Verfügung, zitiert das Handelsblatt aus einem Bericht des Gesundheitsministeriums für das Bundeskabinett.

Es sei ratsam, „rechtzeitig weitere Impfstoffmengen für den Schutz gegen Mutationen und Auffrischungsimpfungen zu sichern“, heißt es demnach in dem Bericht. So könnten mögliche Lieferausfälle oder andere unvorhergesehene Probleme wie etwa bei der Impfstoffsicherheit abgefedert werden. Insgesamt rechnet das Ministerium demnach mit Kosten in Höhe von 3,9 Milliarden Euro im Jahr 2022.

Laut dem Bericht setzt das Gesundheitsministerium neben 84,4 Millionen Impfdosen von BioNTech/Pfizer auf einen Mix von verschiedenen Impfstofftechnologien und -herstellern. Jedoch ist dabei der Impfstoff des zweiten deutschen Impfstoffherstellers CureVac nicht eingeplant, auch keiner von AstraZeneca. Den Impfstoff von AstraZeneca empfahl die Bundesregierung nach einer umfassenden Risikoabwägung nur für bestimmte Altersgruppen. Der von CureVac erwies sich als zu wenig wirksam.

In einer Studie erzielte die Vakzine nach Unternehmensangaben nur eine Wirksamkeit von 48 Prozent. In der finalen Auswertung wurde bei Studienteilnehmern zwischen 18 und 60 Jahren eine Wirksamkeit von 53 Prozent gegen eine Erkrankung jeglichen Schweregrades erkannt. Zu 77 Prozent schützt das CureVac-Produkt auch gegen einen moderaten und schweren Krankheitsverlauf. Vor einem Krankenhausaufenthalt oder dem Tod seien die geimpften Studienteilnehmer in diesem Alter vollständig geschützt gewesen.  

Da Spahn nicht mit CureVac plant, bleibt ein mit großer staatlicher Beteiligung betriebenes Entwicklungsprojekt vorerst wirkungslos: Im Juni vergangenen Jahres war der Bund über die staatliche Förderbank KfW bei CureVac eingestiegen. Für 300 Millionen Euro erwarb man 23 Prozent der Anteile. Trotz der im Vergleich zu anderen Impfstoffen enttäuschenden Studienergebnisse will sich CureVac aber um eine Zulassung des Impfstoffs bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur bemühen.

In Spahns Impfstoffplanung sind statt CureVac und AstraZeneca neben dem BioNTech-Produkt auch 31,8 Millionen Dosen des mRNA-Impfstoffs von Moderna eingeplant, weiterhin 18,3 Millionen Dosen des Vektorimpfstoffs von Johnson & Johnson. Zudem sollen die bisher allerdings nicht zugelassenen proteinbasierten beziehungsweise inaktivierten Impfstoffe von Sanofi (42,7 Millionen Dosen), Novavax (16,3 Millionen Dosen) und Valneva (elf Millionen Dosen) beschafft werden. 

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