Intensivmediziner-Chef zur Pandemie

„Corona wird zu einer normalen Grippe“

08.07.2021
Lesedauer: 2 Minuten
Divi-Präsident, Gernot Marx (Archivfoto). Foto: DIVI

Düsseldorf Der Chef der Intensivmediziner, Gernot Marx, fürchtet dank des Impffortschritts keine heftige Coronawelle mehr wie im vergangenen Winter. Er sagt aber auch, dass für einen entspannten Herbst noch große Anstrengungen nötig.

Die Intensivmediziner sehen sich für eine mögliche vierte Corona-Welle gut gerüstet. Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, sagte dem Düsseldorfer „Handelsblatt“ vom Donnerstag, er blicke „mit Respekt, aber nicht mit Panik auf den Herbst und eine mögliche vierte Welle.“ Sie werde dank des Impffortschritts „grundlegend anders verlaufen als die Wellen zuvor“.

Es werde weniger schwere Fälle geben, „also auch deutlich weniger Patienten mit Covid-19 auf den Intensivstationen“. Dort befänden sich derzeit etwas mehr als 500 Corona-Patienten aus der vorangegangenen Welle. „Es werden kontinuierlich Corona-Patienten auf den Intensivstationen landen, aber eben nicht in überdurchschnittlichen Zahlen wie in der Hochzeit der Pandemie“, sagte Marx. „Das erleben wir auch bei der Influenza.“

Die Belegung normalisiere sich. „Corona wird deswegen aus intensivmedizinischer Sicht tatsächlich zu einer normalen Grippe.“

Einen „entspannten Herbst und Winter“ macht Marx vor allem davon abhängig, wie sich die Impfquote entwickelt. Dafür seien noch große Anstrengungen nötig. „Mobile Impfteams in Innenstädten und großen Treffpunkten wie beispielsweise Fußballstadien sind ebenfalls sinnvoll“, sagte er. „Außerdem sollten wir uns ein Beispiel an Kampagnen wie in den USA nehmen und die Impfung mit einer Verlosung von einem Gewinn von hunderttausenden Euro verbinden.“

Die Impfquote müsse auch das Kriterium für ein Ende der Corona-Maßnahmen sein, sagte Marx weiter. „Bei einer Impfquote von 85 Prozent können wir meines Erachtens auf alle Maßnahmen verzichten.“ Bis dahin brauche es aber „mindestens Testen, Masken und Abstand halten – insbesondere in Innenräumen“.

(ahar/AFP)

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