Corona-Maßnahmen

Christian Drosten rechnet mit neuen Shutdown-Maßnahmen

10.11.2021
Lesedauer: 2 Minuten
Virologe Christian Drosten bei einer Pressekonferenz im März 2020 © Michael Kappeler/​Reuters

3G- und auch 2G-Regeln reichen laut dem Virologen vermutlich nicht aus, um die Infektionszahlen zu senken. Er befürchtet mehr als 100.000 weitere Corona-Tote.

Der Virologe Christian Drosten befürchtet angesichts der steil steigenden Inzidenz, dass im Winter neue Kontaktbeschränkungen nötig werden könnten. Deutschland sei in einer Notfallsituation, sagte der Chefvirologe der Berliner Charité im NDR-Podcast Das Coronavirus-Update. Er erwartet daher einen sehr anstrengenden Winter „mit neuen, sagen wir ruhig: Shutdown-Maßnahmen“.

3G- und sogar 2G-Regelungen reichten vermutlich nicht aus, um die Zahl der Infektionen angesichts der Delta-Variante ausreichend zu senken, sagte Drosten. Kurzfristig müsse man wieder Maßnahmen diskutieren, „die wir eigentlich hofften, hinter uns zu haben“.

Auf eine Ausweitung von Tests könne man sich nicht als Alternative verlassen, erklärte der Virologe. Vor allem die Getesteten selbst könnten sich leicht an Orten, wo etwa 3G-Regelungen gelten, infizieren, „weil da unbemerkt infizierte Geimpfte sitzen“.  Grund dafür sei die viel zu niedrige Quote der vollständig Geimpften, die in Deutschland derzeit bei 67,2 Prozent liegt. „Wir müssen die Impflücken schließen“, sagte Drosten. Das gelte auch für doppelt Geimpfte. Das „ideelle“ Ziel müsse „eine dreifach komplett durchgeimpfte Bevölkerung“ sein.

Zahl der Corona-Toten könnte sich verdoppeln

Drosten verwies zudem auf die Zahl von Todesfällen in Großbritannien. Die sei viel höher als in Deutschland, trotz einer ähnlichen Impfquote. Umgerechnet auf die deutsche Bevölkerung sei es noch eine „konservative Schätzung“, dass weitere 100.000 Menschen in Deutschland ohne zusätzlichen Schutz durch die Impfung an Covid-19 sterben könnten, sagte er. Das würde die derzeitige Zahl von 97.244 Gestorbenen mehr als verdoppeln. Dazu könne es kommen, wenn nicht ausreichend Menschen bis zum kommenden Herbst geimpft seien, erklärte Drosten. Vor allem Ältere benötigten den Schutz durch eine Boosterimpfung. Andernfalls werde man „diese hohe Zahl an Toten noch mal tolerieren müssen“.

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