Nach der Flutkatastrophe im Ahrtal wurde der Landrat für sein Vorgehen heftig kritisiert. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen ein. Nun fordert der CDU-Kreisverband einen „personellen Neuanfang“.
Die CDU im Kreis Ahrweiler hält den Landrat von Ahrweiler, Jürgen Pföhler (CDU), für nicht mehr tragbar. Das geht aus einer Erklärung des CDU-Kreisverbands Ahrweiler vom Montag hervor. Zur Begründung hieß es, Pföhler könne „krankheitsbedingt sein Amt absehbar nicht mehr ausüben“. Daher sei der Schritt „notwendig und unausweichlich“.
Weiter hieß es: „Das Vertrauen der Menschen im Kreis Ahrweiler ist nicht mehr gegeben. Die nun aber zwingend erforderliche entschlossene und zupackende Führung des Amtes ist in einer solchen Ausnahmesituation nicht mehr möglich.“
„Unbelasteter personeller Neuanfang“
Der Kreis benötige nun „einen unbelasteten personellen Neuanfang“, um die Herausforderungen der kommenden Jahre zu meistern. Voraussetzung dafür sei „Vertrauen der Bevölkerung in die politisch Verantwortlichen“.
Nach der Flutkatastrophe war Pföhler heftig kritisiert worden. Am 14. und 15. Juli löste extremer Starkregen an der Ahr eine Flutwelle aus und setzte weite Teile des Tals unter Wasser. Etwa 42.000 Menschen sind von den Folgen betroffen. Viele Menschen kamen ums Leben, weitere werden noch immer vermisst.
Die Staatsanwaltschaft Koblenz nahm Anfang August Ermittlungen gegen Pföhler und ein weiteres Mitglied des Krisenstabes auf. Dabei geht es um den Anfangsverdacht der fahrlässigen Tötung und fahrlässigen Körperverletzung durch Unterlassen. Im Kern soll geklärt werden, ob mit früheren Warnungen oder Evakuierungen Menschenleben hätten gerettet werden können. Die F.A.Z. berichtete Ende Juli, dass der Kreis Ahrweiler präzise vor der Flut gewarnt wurde.
Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieser Meldung hieß es, der Landrat des Kreises Ahrweiler, Jürgen Pföhler, habe sein Amt niedergelegt. Dies trifft nicht zu. Wir haben die Meldung entsprechend geändert.


