"Rote Linie überschritten"

Bürgermeister erhält nach Teilnahme an Corona-Demo Fragenkatalog von Kommunalaufsicht

06.01.2022
Lesedauer: 2 Minuten
Erneut ist es zu Protesten gegen die Corona-Maßnahmen gekommen. Auf sogenannten „Montags-Spaziergängen“ gerieten die Demonstranten mit der Polizei aneinander. Teilweise setzten die Beamten Pfefferspray ein. Quelle: WELT/ Eybe Ahlers

„Demokratische Verhältnisse sehe ich nicht mehr“, sagte Teucherns parteiloser Bürgermeister Marcel Schneider im Dezember auf einer Demonstration gegen Corona-Maßnahmen. Die Kommunalaufsicht des Burgenlandkreises legte ihm dazu nun einen Fragenkatalog vor.

Marcel Schneider, parteiloser Bürgermeister von Teuchern in Sachsen-Anhalt, muss nach seinem umstrittenen Auftritt bei einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen einen Fragenkatalog der Kommunalaufsicht des Burgenlandkreises beantworten. Das bestätigte eine Sprecherin des Landkreises am Dienstag auf Anfrage.

„Darin wird abgefragt, wie er in der Stadtverwaltung Teuchern die ihm als Dienstvorgesetzten und Arbeitgeber obliegenden Pflichten zur Eindämmung der Pandemie genau erfüllt. Hierzu müssen auch Unterlagen vorgelegt werden“, teilte sie mit. Teuchern liegt im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt und hat rund 3500 Einwohner.

Anlass der Prüfung ist eine Rede Schneiders auf einer Demonstration am 10. Dezember in Naumburg. Dort hatte er gesagt, „die rote Linie ist überschritten, demokratische Verhältnisse sehe ich nicht mehr“. Wer sich impfen lassen wolle, solle dies tun. Eine Impfpflicht lehne er jedoch ebenso ab wie die „unsinnigen Regeln“ 2G und 2G plus. Später hatte Schneider seine Aussagen zum Teil relativiert.

Nach Auswertung der Antworten soll über das weitere Vorgehen entschieden werden. Außerdem ist Schneider kurz vor Weihnachten in das Landratsamt vorgeladen worden. „In dem Gespräch wurde er ermahnt, innerhalb des Amtes als Bürgermeister die erforderliche Mäßigung und Zurückhaltung zu üben, die für eine neutrale Amtsausübung unerlässlich ist“, sagte die Sprecherin.

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