In Konkurrenz zum Dollar und Euro:

Brics-Staaten Russland und Iran forcieren eigene Währung

23.05.2024
Lesedauer: 2 Minuten
Lula da Silva, Xi Jinping, Cyril Ramaphosa, Narendra Modi und Sergej Lawrow posieren für ein Gruppenfoto während des Brics-Gipfels in Südafrika. Foto: Pool AFP/AP

Die Hegemonie des Dollars ist den Brics-Staaten ein Dorn im Auge. Ein Land will die neue Währung schon „bald“ präsentieren.

Im Vorfeld des Brics-Gipfels im Oktober 2024 in Kasan wird wieder vermehrt über die Einführung einer eigenen Währung gesprochen. Für die Brics-Mitglieder Brasilien, China, Indien, Russland und Südafrika sei es das größte Projekt seit der Gründung des Staatenbundes. Das Brics-Neumitglied Iran will die Abkehr vom verhassten Dollar seit ihrer Aufnahme in die Staatengruppe sogar noch schneller vorantreiben als geplant.

„Die Schaffung einer neuen einheitlichen Währung im Rahmen der Brics-Assoziation ist das, woran Russland und der Iran derzeit intensiv arbeiten“, sagte der iranische Botschafter in Russland, Kazem Jalali, während einer Wirtschaftskonferenz Russland. Konkretere Details werden „bald“ präsentiert, so der iranische Chefdiplomat in Russland. Die politische Führung im Iran beabsichtige – ähnlich wie Präsident Wladimir Putin – die Vorherrschaft des US-Dollars auf den Weltmärkten „ein Ende zu setzen“.

Russland und Iran arbeiten „hervorragend zusammen“

Unter den „alten“ Brics-Mitgliedern wird schon seit einigen Jahren das Einführen einer alternativen Währung diskutiert. Diese soll sogar schon einen Namen haben: R5 oder R5+. Die Landeswährungen der „alten“ Brics-Staaten beginnen allesamt mit dem Buchstaben R: Real in Brasilien, Renminbi Yuan in China, Rupie in Indien, Rubel in Russland und Rand in Südafrika. 2024 erfolgte eine Erweiterung um Ägypten, Äthiopien, Iran und die Vereinigten Arabischen Emirate, weshalb die Gruppe auch als Brics-Plus bezeichnet wird.

Iran und Russland sind die beiden am stärksten sanktionierten Brics-Länder, die aufgrund von verschiedenen Sanktionspaketen keinen Zugang zu westlichen Zahlungssystemen haben. Moskau und Teheran haben deshalb in den vergangenen Monaten ihre jeweils eigenen Zahlungssysteme, Mir und Shetab, immer stärker miteinander verbunden. Die Zentralbanken beider Länder sollen laut Botschafter Jalali „hervorragend zusammenarbeiten“.

Auch die anderen Brics-Staaten treiben die Dedollarisierung weiter voran: Indiens Zentralbank hat die großen staatlichen Raffinerien des Landes beispielsweise gebeten, Lieferanten aus dem Persischen Golf dazu zu drängen, im nächsten Geschäftsjahr mindestens zehn Prozent der Ölzahlungen in indischen Rupien zu akzeptieren.

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