„Besser man sagt nichts“

Vor Ort in Köln will plötzlich niemand über umstrittene Ramadan-Beleuchtung reden

15.03.2024
Lesedauer: 2 Minuten
Auf der Venloer Straße fährt ein Auto, am Straßenrand ist die Ramadan-Beleuchtung zu erkennen. / Jonas Lennefer

Die Ramadan-Beleuchtung im Kölner Stadtteil Ehrenfeld polarisiert. Der „Express“ versucht vor Ort auf Stimmenfang zu gehen. Doch dort möchte sich niemand zu diesem Thema äußern – das hat Gründe.

Nach den Aufregungen der letzten Tage hat sich „Express.de“ die Ramadan-Beleuchtung in Ehrenfeld mal genauer angeschaut und sich auf der Venloer Straße in Köln-Ehrenfeld umgehört – oder, wie sich herausstellte, es zumindest probiert.

Vor Ort möchte sich niemand zur Kölner Ramadan-Beleuchtung äußern

Möchte man die festliche Beleuchtung auf der Venloer Straße sehen, muss man sie erst mal suchen. Denn nur knapp 180 Meter der Straße sind überhaupt geschmückt. Von der Haltestelle „Venloer Str./Gürtel“ kommend, muss man erstmal knapp 550 Meter in Richtung Zentralmoschee gehen.

Im Hellen fällt die Beleuchtung natürlich kaum auf. Gegen 18.15 Uhr, mit einbrechender Dunkelheit und kurz vor Sonnenuntergang, klicken einmal leise die Schalter und die 13 Lampen leuchten noch vor der eigentlichen Straßenbeleuchtung auf. Bis 23 Uhr strahlen dann unter anderem die Schriftzüge „Ramadan Kareem“ auf der Venloer Straße.

EXPRESS.de erhielt mehr als 200 Mails – Leser und Leserinnen äußerten sich vielfältig über die Beleuchtung. Aber vor Ort zeigt sich ein anderes Bild. Dort will sich niemand persönlich äußern.

Einige hatten „keine Zeit“, andere wollten „nicht falsch verstanden werden“. Ein Ladenbesitzer wollte keine Konsequenzen riskieren und lehnte mit folgenden Worten ab: „Besser, man sagt und tut nichts, dann passiert auch nichts.“

Emotionales Thema polarisiert die Bevölkerung

Das Thema scheint zu popularisieren und die Sorge zu groß, selbst mit einem kurzen Statement missverstanden zu werden. Bei den Mails, die EXPRESS.de erreichten, waren viele Menschen aus beiden Stimmungslagern bereit, sich auch mit ihrem Namen zu zeigen, wenn über ihre Meinung berichtet wird. Hier, an Ort und Stelle, setzt man auf Zurückhaltung.

Trotzdem: Natürlich ist das Thema weiter emotional aufgeladen, auch im privaten Umfeld. Selbst einige Fußgänger hört man hier vereinzelt über die Beleuchtung reden. Und: Das, was man aufschnappen kann, ist eher Akzeptanz und wohlwollende Zustimmung als Ablehnung.

Ob sich das Thema in den nächsten Tagen beruhigt? Bis zum Ramadan-Ende am 9. April 2024 soll die Beleuchtung auf der Venloer Straße hängen bleiben.

Das Original zu diesem Beitrag „Vor Ort in Köln will plötzlich niemand über umstrittene Ramadan-Beleuchtung reden“ stammt von Express.de.

Von Jonas Lennefer (jl)/Kölner Express

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