Nach dem Krankenhaus-Beschuss in Gaza eskalieren in Berlin die pro-palästinensischen Proteste. Polizisten und Feuerwehrleute werden angegriffen und verletzt.
Im Berliner Bezirk Neukölln und in Berlin-Mitte ist es wegen des Nahost-Konflikts in der Nacht zum Mittwoch zu Ausschreitungen gekommen. Nach vorläufigen Informationen aus Polizeikreisen wurden 39 Personen festgenommen und 65 Strafermittlungsverfahren eingeleitet. 20 Polizisten wurden verletzt. Unter anderem erlitt ein Beamter einen Oberarmbruch. In Neukölln brannten rund um die Sonnenallee Barrikaden, Mülltonnen, E-Scooter, ein Kinderspielplatz sowie ein Auto.
Einsatzkräfte der Feuerwehr und der Polizei wurden mit Pyrotechnik angegriffen und beschossen. Die Polizei setzte einen Wasserwerfer ein. Hintergrund der Proteste ist der Beschuss eins Krankenhauses im Gazastreifen am Dienstagabend.
Neukölln: Barrikaden auf der Sonnenallee und in der High-Deck-Siedlung
Die Situation eskalierte vor allem an den Kreuzungen Sonnenallee, Ecke Pannierstraße sowie rund um die Reuter- und die Weserstraße. In der Spitze zählte die Polizei rund 200 Personen, die sich an der Randale beteiligten. Hinzu kamen etliche Schaulustige. In der Weserstraße trat eine Frau einem Polizisten ins Gesicht und wurde festgenommen. Auf der Sonnenallee und auch in der südlicher gelegenen High-Deck-Siedlungen brannten Barrikaden.
In der Kreuzberger Stresemannstraße wurden Polizeiautos, die auf dem Weg nach Neukölln waren, mit Steinen beworfen. Zwei Polizisten wurden von der Feuerwehr, die mit 40 Kräften vor Ort war, rettungsdienstlich versorgt.


Konflikt: Israel-Palästina auf den Straßen Berlins
Rund um das Holocaust-Mahnmal und am Brandenburger Tor in Berlin-Mitte kam es am späten Dienstagabend ebenfalls zu Protesten. Ab 21.15 Uhr bis 21.48 Uhr kam es, über soziale Medien aufgerufen, zu einer störungsfreien Mahnwache auf dem Pariser Platz, an der rund 350 Personen teilnahmen. Zudem versammelten sich nach Angaben von Polizisten bis zu 700 Personen mit palästinensischem Bezug auf dem Platz des 18. März. Diese konnten durch Polizeikräfte weggedrängt werden. Erst gegen 2 Uhr hatte sich die Lage schließlich auch in Neukölln weitgehend beruhigt.
Während des gesamten Tages registrierte die Polizei im Berliner Stadtgebiet immer wieder diverse Farbschmierereien und Sachbeschädigungen mit Bezug auf den Nahost-Konflikt. An Hauswänden und anderen Gegenständen entdeckten Polizisten antisemitische und den Staat Israel verunglimpfende Parolen.



