Ex-Bundeskanzlerin

Angela Merkel lehnt Jobangebot bei Vereinten Nationen ab

19.01.2022
Lesedauer: 2 Minuten
Altkanzlerin Angela Merkel möchte nicht als Beraterin für die UN arbeiten. © Andreas Gora/​Getty Images

UN-Generalsekretär António Guterres wollte Angela Merkel für einen Beraterposten bei den Vereinten Nationen in New York begeistern. Die Altkanzlerin lehnte dankend ab.

UN-Generalsekretär António Guterres hat Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel einen Job bei den Vereinten Nationen angeboten. Merkel habe Guterres in einem Telefonat vorige Woche für das Angebot gedankt und mitgeteilt, dass sie es nicht annehmen werde, sagte eine Sprecherin ZEIT ONLINE.

Die Sprecherin bestätigte einen Bericht der Nachrichtenagentur dpa. Demnach bot Guterres Merkel den Vorsitz in einem hochrangig besetzten Beratungsgremium zu globalen öffentlichen Gütern an, die potenziell über Ländergrenzen hinweg der gesamten Weltbevölkerung dienen sollen. Beispiele für globale öffentliche Güter sind etwa die Ozonschicht, aber je nach Definition auch international geltende Regelwerke wie jene zur Flugsicherheit und zum weltweiten Handel.

Das Beratergremium zu globalen öffentlichen Gütern ist eines von Guterres‘ Vorzeigeprojekten zur Reform der Vereinten Nationen in seiner Anfang Januar begonnenen zweiten Amtszeit. In seinem Bericht zur Veränderung der UN aus dem vergangenen Jahr schrieb der Generalsekretär: „Ich werde einen hochrangigen Beirat unter der Leitung ehemaliger Staats- und Regierungschefs bitten, globale öffentliche Güter und andere Bereiche von gemeinsamem Interesse zu ermitteln, in denen Verbesserungen der Führung am dringendsten erforderlich sind.“

Nach Ansicht von Guterres hat die Corona-Pandemie große Lücken bei der internationalen Zusammenarbeit aufgezeigt. Von dem angestrebten Beratergremium müssten Impulse dafür ausgehen, Praktiken und Prinzipien für das Handeln auf globaler Ebene zu erneuern.

Merkel hat sich bislang bedeckt gehalten, was ihre Zukunft angeht. Im Sommer hatte sie auf eine entsprechende Frage von Studierenden angekündigt, nach 16 Jahren im Kanzleramt zunächst mal eine Pause machen zu wollen. „Danach werde ich vielleicht versuchen, etwas zu lesen, dann werden mir die Augen zufallen, weil ich müde bin, dann werde ich ein bisschen schlafen, und dann schauen wir mal, wo ich auftauche“, sagte Merkel.

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