Frankfurt, München, Berlin

Aktivisten der „Letzten Generation“ kleben sich vor Flughäfen fest

23.02.2022
Lesedauer: 3 Minuten
Aktivisten auf einer Straße in Flughafennähe - Quelle: REUTERS

Nach der Blockade von Autobahnen haben Aktivisten der Initiative „Letzte Generation“ ihre Drohung wahrgemacht, auch den alltäglichen Ablauf von Flughäfen zu stören. Von Grünen-Politiker Jürgen Trittin bekommt die „zivilgesellschaftliche Bewegung“ nun ein ausdrückliches Lob.

inige Klimaaktivisten der Initiative „Letzte Generation“ haben am Frankfurter Flughafen gegen Lebensmittelverschwendung und für eine konsequentere Klimapolitik protestiert. An den Flughäfen in Berlin, München und Hamburg sollte es am Mittwochmorgen ähnliche Störaktionen geben. „Die Letzte Generation fordert mit ihren Aktionen eine Umsetzung der Maßnahmen des repräsentativen Bürgerrates Klima und ein sofortiges Essen-Retten-Gesetz“, erklärten die Aktivisten.

Demnach hätten in Frankfurt sechs Aktivisten eine Zufahrtstraße zum Cargo-Bereich blockiert. Dabei hielten sie Banner mit der Aufschrift „Essen Retten, Leben Retten“ hoch. Eine weitere Protestaktion wurde nach Angaben der „letzten Generation“ von der Polizei verhindert. Es gebe Aktionen rund um den Frankfurter Flughafen, etwa auf den Zubringerstraßen und Kreuzungsbereichen, sagte ein Polizeisprecher. „Dadurch kommt es zu Verkehrsbehinderungen.“

Aktivisten auf einer Straße in Flughafennähe
Aktivisten auf einer Straße in FlughafennäheQuelle: REUTERS

Auch am Münchner Flughafen haben sich fünf Aktivisten angeklebt. Sie blockierten damit am Mittwochmorgen auf einem Zebrastreifen eine Zufahrtsstraße zum Frachtbereich, wie ein Reporter vor Ort beobachtete. Die Verkehrsbehinderungen hielten sich allerdings in Grenzen. Nachdem sich zunächst ein Rückstau gebildet hatte, fanden die Lastwagen offenbar eine alternative Route. Die Polizei nahm vor Ort Personalien auf.

Eine halbe Stunde zu spät zur Arbeit? Nicht schlimm, sagt Jürgen Trittin

Lob für Aktionen wie diese kam unterdessen vom ehemaligen Bundesumweltminister Jürgen Trittin.

Er verteidigte im Interview mit der „Zeit“ unter anderem die Autobahnblockaden der Bewegung „Letzte Generation“ gegen die Kritik von Bundesjustizministers Marco Buschmann (FDP) in Schutz. „Es gibt eben verschiedene Protestformen. Manche nehmen für sich in Anspruch, zivilen Ungehorsam auszuüben – das macht sie nicht zu Gewalttätern“, sagt der Grünen-Bundestagsabgeordnete dem Blatt.

Buschmann springe „zu kurz“, wenn er die Proteste schlicht Straftaten nennen würde. Schließlich brauche es „Bewegungen, die solche allgemeinen Menschheitsinteressen auf die Straße bringen und artikulieren“.

Angesprochen auf die Wut, die solche Aktionen erzeugten, sagt Trittin: „Ja, es mag sich der eine oder andere ärgern, wenn er eine halbe Stunde zu spät zur Arbeit kommt. Aber Politik kann ohne eine zivilgesellschaftliche Bewegung, die Dampf macht, nicht erfolgreich sein.“

Damit schwächte Lemke auch eine Aussage ab, die ihr zuvor viel Kritik eingebracht hatte. Die Politikerin hatte noch am Mittwoch auf einer Medien-Konferenz am Mittwoch gesagt: „Es ist absolut legitim, für seine Anliegen zu demonstrieren und dabei auch Formen des zivilen Ungehorsams zu nutzen“.

Zu dieser Aussage stehe sie zwar weiter, so die Ministerin nun gegenüber der „Zeit“. Allerdings schränkte sie ein: „Es dürften aber bei Protesten keine Menschen in Gefahr gebracht werden.“

dpa/säd/krott

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