U18-Wahl

AfD liegt bei Kindern und Jugendlichen in Thüringen vorn

20.09.2021
Lesedauer: 3 Minuten
Mit 18 Jahren trat Diana Zimmer in die AfD ein, mit 23 Jahren sitzt sie heute im Stadtrat von Pforzheim. Nun kandidiert die Tochter von Russlanddeutschen für den Bundestag. Die Flüchtlingswelle war für sie mit der Hauptgrund, in die AfD einzutreten. Quelle: WELT / Sebastian Plantholt

In Thüringen hat die AfD die U18-Wahl mit 17 Prozent der Stimmen gewonnen, gefolgt von der FDP. Während die Grünen im Bundesdurchschnitt führen, liegen sie Thüringen weit abgeschlagen auf Platz sechs.

Bei der U18-Wahl haben in Thüringen die meisten Kinder und Jugendliche ihre Stimme der AfD gegeben. Die AfD kommt auf 17,4 Prozent der Stimmen, gefolgt von der FDP mit 16,14 und der SPD mit 15,97 Prozent, wie aus dem am Montag veröffentlichtem vorläufigem Endergebnis der U18-Wahl hervorgeht. Die Thüringer AfD wurde vom Landesverfassungsschutz als gesichert extremistische Bestrebung eingestuft.

Der Thüringer AfD-Landesverband wird von Björn Höcke geführt
Der Thüringer AfD-Landesverband wird unter anderem von Björn Höcke geführt
Quelle: REUTERS

Die U18-Wahl findet immer neun Tage vor der eigentlichen Bundestagswahl statt – diesmal fiel sie auf den vergangenen Freitag. An ihr können nur Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren teilnehmen. Die Ergebnisse fließen nicht in die echte Bundestagswahl mit ein, sondern sollen nur ein Stimmungsbild unter jungen Menschen vermitteln, die noch nicht wählen dürfen.

Vergleichsweise viele Jüngere in Thüringen machten demnach ein Kreuz bei sonstigen Parteien, die im vorläufigen Endergebnis bei 13,22 Prozent liegen. Für die CDU entschieden sich 13,29 Prozent der Teilnehmer, für die Linke 9,65 Prozent und für die Grünen 9,27 Prozent. Die Tierschutzpartei kommt auf 5,14 Prozent.

Mehr als 4000 Kinder und Jugendliche beteiligten sich

Damit unterscheidet sich das Thüringer Ergebnis deutlich von dem bundesweiten Zahlen, wo die Grünen auf Platz eins liegen, gefolgt von SPD und CDU. In Thüringen haben sich 4454 Kinder und Jugendliche beteiligt. Im Freistaat gibt es rund 2,1 Millionen Einwohner, von denen rund 1,7 Millionen für die echte Bundestagswahl wahlberechtigt sind.

Grafik: welt.de

Im Wahlkreis 196, der als besonders umkämpft gilt, lag bei der U18-Wahl die FDP auf Platz eins, wie das Büro des Bundestagsabgeordneten Gerald Ullrich (FDP) mitteilte. Neben Ullrich treten in dem Wahlkreis unter anderem noch Frank Ullrich (SPD), Hans-Georg Maaßen (CDU), Sandro Witt (Linke), Jürgen Treutler (AfD) und Stephanie Erben (Grüne) an und kämpfen um ein Direktmandat. Bei der U18-Wahl werden jedoch keine Erststimmen für Direktkandidaten gezählt, sondern nur die Zweitstimmen, die man für eine Partei, nicht jedoch für einen bestimmten Kandidaten abgeben kann.

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