Um herauszufinden, wer dort wohnt

300 Polizisten stürmen besetztes Haus in Berlin

06.10.2021
Lesedauer: 4 Minuten
Quelle: BILD

Berlin – Und wieder kamen sie in voller Mannstärke und rammten die Eingangstür auf!

Am Mittwochmorgen stürmten rund 300 Polizisten das teilbesetzte Haus „Rigaer 94“ in Berlin-Friedrichshain. Grund diesmal: Die Beamten sollten die Personalien der Hausbewohner feststellen.

Polizisten vor dem Haus in der Rigaer Straße 94
Polizisten vor dem Haus in der Rigaer Straße 94 Foto: Spreepicture

„Wir vollstrecken einen richterlich erlassenen Durchsuchungsbeschluss hier im Haus“, sagte eine Polizeisprecherin vor Ort. Er sei auf Antrag des Eigentümers erlassen worden. „Ein Teil der Einsatzkräfte ist in dem Haus und auch schon in den Wohnungen.“

Polizeikräfte am Absperrgitter
Polizeikräfte am Absperrgitter Foto: Spreepicture

Nach BILD-Informationen soll es um 24 Wohnungen gehen und darum, wer darin genau wohnt.

Der Straßenzug vor dem Haus wurde gesperrt.

Auf Twitter forderte die Polizei Bewohner auf, in ihren Wohnungen zu bleiben und sich ruhig zu verhalten.

Die Bewohner reagierten angesichts der Maßnahmen via Twitter verärgert und schrieben, dass mehrere Wohnungen durchsucht würden. „Grund wurde uns noch nicht genannt.“

Beobachtung vom Dach aus
Beobachtung vom Dach aus Foto: spreepicture

„Wir werden an jede Wohnungstür gehen und bitten, dass uns geöffnet wird beziehungsweise, wenn uns nicht geöffnet wird, die Tür von unserer Seite aus öffnen“, sagte die Polizeisprecherin.

Letztlich mussten die Eingangstür und zwei Wohnungen gewaltsam geöffnet werden.

Ein Polizist mit Motorsäge
Ein Polizist mit Motorsäge Foto: Spreepicture

Bis 10.30 Uhr waren die Beamten nach BILD-Informationen in 17 Wohnungen, gegen 12 Uhr war die Polizei im Gebäude fertig. 24 Wohnungen und ein Dachboden, der wohl als Wohnung genutzt wurde, wurden überprüft.

Einsatzkräfte mit Räumgerät
Einsatzkräfte mit Räumgerät Foto: Spreepicture

Einige Wohnungen waren leer. 26 Personen wurden angetroffen, ihre Identität festgestellt. Widerstandshandlungen gab es nicht.

Für die Polizei lief der Einsatz ohne große Widerstände ab
Für die Polizei lief der Einsatz ohne große Widerstände ab Foto: Spreepicture

Die Polizei fand eine Art Langwaffe, deren Echtheit geprüft werden sollte. Nach ersten Informationen handelt es sich um ein Luftdruckgewehr.

Die Maßnahmen waren am Mittag beendet.

Einsatzkräfte rücken nach getaner Arbeit ab
Einsatzkräfte rücken nach getaner Arbeit ab Foto: Sven Meissner

Linkes Szenesymbol

Die Straße in Friedrichshain ist vor allem durch das teilbesetzte Haus in Nummer 94 bekannt. Der Gebäudekomplex gilt deutschlandweit als Symbol der linksradikalen Szene.

Rund 300 Polizisten sind vor Ort
Rund 300 Polizisten sind vor Ort Foto: spreepicture

Regelmäßig kommt es im Kiez um die Rigaer Straße zu Gewaltattacken auf Polizisten. Streifenwagen, die die Straße passieren, werden grundlos mit Farbbeuteln, Steinen und Feuerwerkskörpern angegriffen. Das Projekt ist schon lange auch in der Politik umstritten.

Benjamin Jendro von der GdP Berlin: „Wir hoffen, dass man die Kollegen ihre Arbeit machen lässt, sie gesund wieder nach Hause kommen und der Rechtsstaat auch in diesem Haus akzeptiert wird.“

Eskalation im Sommer 2021

Am 16. Juni, kurz vor einer angekündigten Brandschutzprüfung in dem Haus, hatten nach Angaben der Polizei 200 vermummte Gewalttäter in der Rigaer Straße Barrikaden errichtet, angezündet und die Polizei mit einem Steinhagel angegriffen. Mehr als 60 Polizisten wurden überwiegend leicht verletzt.

Polizisten neben den brennenden Barrikaden
Polizisten neben den brennenden Barrikaden Foto: HANNIBAL HANSCHKE/REUTERS

Danach hatte Innensenator Andreas Geisel (SPD) erklärt, er unterstütze grundsätzlich eine Räumung. Offizieller Eigentümer des Gebäudekomplexes ist eine Firma. Wer dahinter steht, ist nicht bekannt.

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