Sahra Wagenknecht und Alice Schwarzer wollen am Samstag in Berlin für Frieden in der Ukraine demonstrieren. Tausende Menschen werden erwartet.
Die Demonstration der Linke-Politikerin Sahra Wagenknecht und der prominenten Frauenrechtlerin Alice Schwarzer für „Frieden in der Ukraine“ an diesem Samstag in Berlin stellt die Polizei erneut vor besondere Herausforderungen. Angemeldet sind bei der Polizei 10.000 Teilnehmer für die Veranstaltung am Brandenburger Tor. „Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass es mehr werden“, sagte eine Polizeisprecherin am Freitag. Die Polizei wird mit mehr Leuten im Einsatz sein als am (heutigen) Freitag, wenn etwa 800 Polizisten und Polizistinnen die Demonstrationen von Ukrainern und ihren Unterstützern zum Jahrestag des russischen Angriffs auf die Ukraine begleiten.
Angefordert wurde von der Polizei zunächst auch Verstärkung aus anderen Bundesländern. Darauf sollte dann aber doch verzichtet werden. Die Demonstranten am Samstag könnten aus ganz verschiedenen politischen Lagern von weit rechts bis weit links kommen. Im Internet werde in viele unterschiedliche Richtungen mobilisiert, so die Polizei. Das gab es auch bei Demonstrationen während der Corona-Pandemie, bei denen Rechtspopulisten, linke Gruppen, Impfgegner, sogenannte Querdenker aus der bürgerlichen Mitte und Vertreter des alternativen Spektrums sich versammelten. Wie groß das Konfliktpotenzial sei, müsse der Tag selber zeigen, erklärte die Polizeisprecherin. Man sei vorbereitet.
Wagenknecht-Demo: Termin, Ort, Ablauf
Die Kundgebung findet am Platz des 18. März auf der Rückseite des Brandenburger Tors statt. Der Aufzug findet auf der Straße des 17. Juni bis zur Yitzhak-Rabin-Straße statt, es soll keinen Umzug geben. Um 14 Uhr soll Alice Schwarzer die Eröffnung der Kundgebung moderieren, ab 14.10 Uhr sind Reden geplant – unter anderem von Sahra Wagenknecht. Die Demo soll bis 16 Uhr dauern.
In dem Demoaufruf wird darum gebeten, auf das Mitbringen von Parteifahnen und Nationalfahnen jeglicher Art zu verzichten. „Rechtsextreme Flaggen, Embleme und Symbole haben auf unserer Kundgebung keinen Platz“, heißt es dort.
In der Nähe der Wagenknecht-Demo gibt es am Samstag eine Gegen-Demonstration unter dem Motto „Geradedenken gegen Querdenken und Rechts – Querfront stoppen“. Sie soll zwischen 14 und 18 Uhr am Ebertplatz stattfinden. Vor der russischen Botschaft ist zudem zwischen 15.30 und 17.30 Uhr die Veranstaltung „Solidarität mit Ukrainern – Ernst gemeint? Dann hört Ihnen zu, nicht Wagenknecht“ angemeldet.
Rund 620.000 Unterschriften für das „Manifest für Frieden“
Alice Schwarzer und Sahra Wagenknecht veröffentlichten vor zwei Wochen ein „Manifest für Frieden“, in dem sie vor einer Eskalation des Ukraine-Kriegs warnten und Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) aufforderten, „die Eskalation der Waffenlieferungen zu stoppen“. Laut Zählung auf der Seite change.org hatten am Freitag rund 620.000 Menschen mit ihrer Unterschrift ihre Zustimmung erklärt. „Verhandeln heißt, Kompromisse machen, auf beiden Seiten. Mit dem Ziel, weitere Hunderttausende Tote und Schlimmeres zu verhindern. Das meinen auch wir, meint auch die Hälfte der deutschen Bevölkerung“, hieß es in dem Manifest.


