Spott in den sozialen Medien

ZDF-Wirtschaftsmagazin „Wiso“ blamiert sich mit Falschberechnung

25.04.2023
Lesedauer: 2 Minuten
So wurde die Milchmädchenrechnung im Beitrag präsentiert Foto: ZDF/JF-Screenshot

Das ZDF leistet sich in Wissenssendungen einen peinlichen Patzer nach dem nächsten. Diesmal stellte das Wirtschaftsmagazin „Wiso“ Planlosigkeit beim kleinen Einmaleins der Ökonomie unter Beweis. Nutzer reagieren mit Spott.

BERLIN. Das ZDF-Wirtschaftsmagazin „Wiso“ hat sich die Häme zahlreicher Nutzer in den sozialen Medien eingehandelt. Grund dafür ist ein fehlerhafter Beitrag zu angeblichen Tricks der deutschen Gastronomie.

„Deutsche Restaurants locken mit Schnitzel, Sauce hollandaise oder Kroketten. Angeblich hausgemachtes Essen. Dabei steckt hinter den Gerichten immer häufiger ein Industrieprojekt aus der Lebensmittelbranche“, heißt es zu Beginn in dem Beitrag. Dabei wollte das ZDF nach eigenen Angaben das Vorgehen eines Milliardenmarktes entlarven.

Als Beispiel präsentierte der Koch Sebastian Lege Flammkuchen aus fertigen Zutaten, wie sie in Restaurants oft verwendet würden. „Rund zwei Euro hat Sebastian Lege für die Fertigprodukte ausgegeben. Unsere Gäste hätten zehn gezahlt. Eine traumhafte Marge von fast 500 Prozent“, rechnete das ZDF vor.

ZDF gehöre „in Grund und Boden privatisiert“

Die Marge beziffert den Abstand zwischen den Selbstkosten und dem Verkaufspreis. Was der Sender freilich nicht miteinbezogen hatte, sind die Aufwendungen für Miete, Energie, Personal, die Instandhaltung der Küchengeräte und einige weitere. Auch die wichtige Unterscheidung zwischen Umsatz und Gewinn war nicht getroffen worden.

„Gewinnmarge 500 Prozent? Das grenzt schon an Verblödung. Da macht sich der Fachkräftemangel bemerkbar. Wer recherchiert sowas, wer gibt sowas frei?“, ärgerte sich ein Nutzer auf Twitter. „Habt ihr berücksichtigt, daß das Restaurant GEZ zahlen muß?“, schrieb ein anderer spöttisch. „Ihr gehört in Grund und Boden privatisiert“, entgegneten weitere Genervte.

„Aus einer Falschinformation wird eine Desinformation“

Obwohl zahlreiche Nutzer das ZDF auf den Fehler aufmerksam gemacht haben, ist der Beitrag derzeit immer noch unkorrigiert in der Mediathek des Senders abrufbar. „Noch ist es peinliche Falschinformation. Wenn dieser Beitrag so stehenbleibt, dann ist es Desinformation“, warnte der bekannte Nutzer Argonerd mit mehr als 120.000 Followern.

Vor rund einem Monat hatte sich der öffentlich-rechtliche Sender zuletzt ebenfalls einen peinlichen Patzer in einer Wissenssendung geleistet. Damals behauptete das ZDF im Format „Plan b“, Bienen bestäubten Weizen und untermalten dies noch mit einer Animation. Dabei gehört Weizen wie auch Gerste und Bohnen zu den Selbstbefruchtern. Mittlerweile ist dieser Beitrag aber überarbeitet. (zit)

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