Konflikt um Antifa-Buch

Winston Marshall verlässt Mumford & Sons – um seine Meinung sagen zu können

25.06.2021
Lesedauer: 2 Minuten
„Ich könnte bleiben und mich weiterhin selbst zensieren, aber es wird mein Gefühl der Integrität untergraben. Es würde an meinem Gewissen nagen", sagt Marshall Quelle: AP/Amy Harris

Der Musiker Winston Marshall hatte im März das kritische Buch eines Reporters über die Antifa gelobt. Danach hagelte es Kritik in den sozialen Medien. Nun verlässt er die britische Folkrockband Mumford & Sons – um problemlos seine Meinung äußern zu können, wie er sagt.

Nach scharfer Kritik an seinem Lob für einen umstrittenen konservativen Journalisten verlässt Banjospieler Winston Marshall die britische Folkrockband Mumford & Sons. Mit dem Schritt wolle er seine Bandkollegen schützen, teilte Marshall mit.

Die Zeitung „Telegraph“ kritisierte am Freitag, der Musiker sei Opfer der „Cancel Culture“ geworden. Damit meinen britische Konservative das Phänomen, dass Menschen in der Öffentlichkeit verurteilt werden, weil sie sich nicht an vermeintlich geltende Standards, etwa politische Korrektheit, halten.

Marshall hatte im März ein kritisches Buch von US-Autor Andy Ngo über die Antifa gelobt und den umstrittenen Reporter einen „mutigen Mann“ genannt. Daraufhin hagelte es in sozialen Medien Kritik, einige Nutzer warfen dem Musiker vor, er verbreite Faschismus. Marshall entschuldigte sich.

In einer Mitteilung vom Donnerstag betonte er nun aber, er habe sich damals nur entschuldigt, um Druck von seinen Bandkollegen zu nehmen. Vielmehr trete er aus der Gruppe aus, um problemlos seine Meinung sagen zu können. „Ich könnte bleiben und mich weiterhin selbst zensieren, aber es würde mein Gefühl der Integrität untergraben. Es würde an meinem Gewissen nagen.“ Marshall sagte, er verurteile Links- wie Rechtsextremismus.

Die Alben von Mumford & Sons sind in Großbritannien mehrfach mit Platin ausgezeichnet worden. Die Band war auch in Deutschland häufig einer der Hauptacts auf Veranstaltungen wie dem „Hurricane“-Festival.

Der Banjospieler ist Sohn des Hedgefondsmanagers Paul Marshall, einem der Finanziers des neuen konservativen TV-Senders GB News, der „Cancel Culture“ den Kampf angesagt hat und die für ihre demonstrative Unabhängigkeit bekannte BBC herausfordern will. Er sei stolz auf seinen Sohn, twitterte Paul Marshall.

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