Verdacht der Untreue

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Schlesinger und Ehemann

08.08.2022
Lesedauer: 2 Minuten
Patricia Schlesinger (61) und Ehemann Gerhard Spörl Foto: picture alliance / Eva Oertwig/S

Jetzt könnte die Affäre um die zurückgetretene RBB-Intendantin Patrica Schlesinger (61) auch strafrechtliche Konsequenzen haben. Wie der „Tagesspiegel“ berichtet, ermittelt die Staatsanwaltschaft Berlin gegen Schlesinger, ihren Mann Gerhard Spörl und den bisherigen RBB-Verwaltungsratschef Wolf-Dieter Wolf.

Demnach wurde wegen des Verdachts der Untreue und Vorteilsannahme ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Schon im Juli hatte es eine Anzeige gegen Schlesinger gegeben – das Verfahren wurde damals aber mangels eines Anfangsverdachts eingestellt.

Schlesinger sah sich vor ihrem Rücktritt am Sonntagabend zahlreichen Vorwürfen ausgesetzt. Unter anderem ging es um von BILD in allen Details enthüllte luxuriöse Umbauten ihres Büros, einen Dienstwagen-Skandal und aus Rundfunkgebühren bezahlte „Dienstessen“ in ihrer Privatwohnung.

Zahlreiche Politiker hatten ihren Rücktritt als RBB-Intendantin gefordert, nachdem sie zuvor bereits als ARD-Vorsitzende zurückgetreten war.

Der Rücktritt von Schlesinger ist im brandenburgischen Landtag fraktionsübergreifend begrüßt worden. Der Rücktritt sei „richtig und wichtig“, erklärte der SPD-Fraktionsvorsitzende Daniel Keller am Montag.

Offenbar pokert Schlesinger aber um eine Abfindung.

► In ihrem Schreiben an den RBB-Rundfunkrat (liegt BILD vor) heißt es: Der Verzicht erfolge gemäß der „vertraglichen Regelung unter Beachtung einer Ankündigungsfrist von sechs Monaten zum Monatsschluss mit Wirkung zum 28. Februar 2023“. Sie sei bereit, diese Frist zu verkürzen, wenn es sich um einen „vertragsmäßigen Verzicht“ handle. „Ich bzw. mein Anwalt haben Ihnen hierzu bereits einen Vorschlag unterbreitet.“

Der Rundfunkrat des Senders dringt nach dem Rückritt auf weitere Aufklärung. In diesen Prozess sollten auch die Mitarbeiter des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) einbezogen werden, erklärte das 30-köpfige Kontrollgremium nach einer Sondersitzung am Montagabend. Die Rundfunkratsvorsitzende Friedrike von Kirchbach sagte, der RBB müsse nun verloren gegangenes Vertrauen wiedergewinnen.

(rob, lvo, olb)

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