WhatsApp-Gau

Sechs Millionen deutsche Handynummern geklaut?

24.11.2022
Lesedauer: 2 Minuten
Bei WhatsApp soll es einen groß angelegten Daten-Klau gegeben haben Foto: DADO RUVIC/REUTERS

Einem Bericht von „Cybernews“ zufolge könnten fast 500 MILLIONEN WhatsApp-Nutzerdaten weltweit geklaut worden sein – darunter mehr als sechs Millionen Handynummern aus Deutschland.

Das Portal hat nach eigenen Angaben eine Datenprobe untersucht. Fazit: Der Unbekannte, der die Daten bereits Mitte November in einem Hacker-Forum zum Kauf angeboten hat, blufft wahrscheinlich nicht. „Cybernews“ habe 1097 Nummern aus Großbritannien und 817 aus den Vereinigten Staaten überprüft, „bei allen handelt es sich tatsächlich um WhatsApp-Nutzer“.

Die WhatsApp-Mutter Meta schweigt bislang

Der Branchendienst hat die WhatsApp-Mutter Meta um eine Stellungnahme gebeten, jedoch schweigt der Tech-Riese bislang.

Insgesamt sollen Daten aus 84 Ländern gestohlen worden sein. Am heftigsten habe es Ägypten (fast 45 Millionen Nutzer) getroffen, gefolgt von Italien (35 Millionen) und den USA (32 Millionen). Deutschland rangiert auf der Liste mit exakt 6 054 423 geklauten Handynummern auf Rang 26 der möglicherweise betroffenen Staaten.

Wie der Hacker an die Daten gekommen ist, ist nicht bekannt. Dem Portal sagte er, er habe „deren Strategie verwendet“. Daher schlussfolgert „Cybernews“, dass der Kriminelle durch sogenanntes Scraping (zu Deutsch: Kratzen) an die Daten gekommen sein könnte. Dabei handelt es sich – vereinfacht gesagt – um das Auslesen und Speichern von vielen Informationen einer Online-Anwendung.

WhatsApp-Klau: Dafür nutzen Kriminelle die Handynummern

Scraping verstoße explizit gegen die Nutzungsbedingungen von WhatsApp. Mantas Sasnauskas, Leiter des „Cybernews“-Forschungsteams, kritisierte jedoch: „Man muss sich fragen, ob eine Scraping-Klausel in den allgemeinen Geschäftsbedingungen ausreicht.“ Cyber-Kriminelle interessierten sich nicht für solche Begrifflichkeiten.

Was ist so gefährlich an den abgeschöpften Handynummern? Betrüger können diese für ihre Zwecke verwenden, unseriöse Firmen sie für Marketingzwecke missbrauchen.

Die Zuckerberg-Firma Meta ist laut dem Branchendienst bereits in der Vergangenheit dafür kritisiert worden, Dritte die Nutzerdaten scrapen zu lassen. Erst vor wenigen Tagen sei es zu einem anderen Fall gekommen, bei dem 533 Millionen Facebook-Daten veröffentlicht wurden. Den englischsprachigen Bericht von „Cybernews“ lesen Sie hier. (ias)

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