Kathleen Stock vertritt die Meinung, dass Menschen ihr biologisches Geschlecht nicht ändern können. Die Philosophin trat nun zurück, was die Universität bedauert.
Nachdem die britische Philosophie-Professorin Kathleen Stock sich von Transgender-Aktivisten zum Rücktritt gedrängt sah, hat die britische Regierung der Philosophin den Rücken gestärkt. „Ich denke nicht, dass sie ihren Job verlieren sollte“, sagte die Gleichstellungsbeauftragte der Regierung, Kemi Badenoch, dem Sender Sky News. Stock habe jedes Recht, ihre Meinung zu vertreten. Sie sei entsetzt über die Entwicklung.
Transgender-Aktivistinnen und -Aktivisten werfen Stock Diskriminierung vor. Die Professorin hatte mehrfach öffentlich gesagt, dass Menschen ihr biologisches Geschlecht nicht ändern könnten. Sie hatte zudem der transaktivistischen Vorstellung widersprochen, wonach Geschlechtsidentität in Fragen von Gesetz und Politik überwiege. Die Transgender-Community vertritt hingegen die Vorstellung, dass Geschlecht stets auch ein soziales Konstrukt sei.
In der Erklärung für ihren Rücktritt schrieb die Akademikerin auf Twitter, dass sie und ihre Familie in den letzten Jahren eine „wirklich schlimme Zeit“ durchgemacht hätten. Sie lobte darin aber auch die Unterstützung der Universitätsleitung und sie hoffe, dass andere Institutionen davon lernen könnten.
Die Universität Sussex in Brighton, an der Stock 18 Jahre lang gearbeitet hatte, kritisierte die Anschuldigungen, die aus Teilen der Studentenschaft kamen. Die Intoleranz gegen Stock stehe „in direktem Gegensatz zu den grundlegendsten Prinzipien der Wissenschaft“, hieß es. Zuvor hatten Studierende bei einem Protest mit Plakaten und Graffiti ihren Rauswurf gefordert. Offenbar reagierten sie auf den Rücktritt mit Freude, wie der Guardian mit Verweis auf einen offenbar kurz darauf wieder gelöschten Post bei Instagram berichtete: „Großer Sieg für die LGBTQ+-Studenten heute in Sussex … Nehmen wir uns eine Minute Zeit, um dies zu feiern.“




