Störungen bei Facebook und WhatsApp

Plötzlich schrieben die Leute wieder SMS

05.10.2021
Lesedauer: 2 Minuten
Kommunizieren per Handy: Das geht auch klassisch per SMS Foto: Franziska & Tom Werner / Getty Images

Als am Montagabend Facebook samt Messenger und WhatsApp ausfiel, wählten viele Menschen andere Kommunikationswege. Die großen Provider beobachteten das Revival eines Klassikers.

Der gleichzeitige und sechsstündige Ausfall von Facebook, WhatsApp und Instagram hat das Verhalten Hunderttausender Handynutzerinnen und Handynutzer durcheinandergebracht und dabei unter anderem zu einer kurzen neuen Blütezeit der SMS geführt. Das belegen Zahlen der Mobilfunkprovider.

Von der Telekom heißt es auf SPIEGEL-Anfrage, das SMS-Aufkommen habe sich im Störungszeitraum am Montagabend gegenüber dem normalen Volumen verachtfacht. Und Telefónica (O2) spricht nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa von nahezu einer Verdreifachung der Zahl der Kurznachrichten im Vergleich zu Vorabenden, an denen Facebooks Dienste keine Schwierigkeiten hatten.

Telefónicas Daten zufolge wurde zwischen 19 und 20 Uhr auch mehr telefoniert, als es für einen Montagabend zu erwarten gewesen sei: Die Rede ist von zusammengerechnet 680.000 Stunden, während der Schnitt der Vortage bei etwa 500.000 Stunden lag.

Viele Menschen hofften auf einen Neustart

Die Telekom berichtet noch, anhand ihrer Systeme habe sie am Montagabend auch feststellen können, dass viele Kundinnen und Kunden ihr Handy neu gestartet oder kurz in den Flugmodus versetzt hätten. So hätten diese Menschen wohl ausschließen wollen, dass ihr Mobiltelefon für die Fehlfunktion der Apps verantwortlich sei, heißt es. Auch bei Festnetz-Routern habe es viele Neustarts gegeben.

Ebenso fiel dem Unternehmen auf, dass die Anfragen auf die Facebook-Dienste um circa 300 Prozent anstiegen. Die Telekom erklärt das damit, dass offenbar viele Kunden versuchen, durch einen wiederholtes Neuladen der Dienste doch noch irgendwie Zugang zu Facebook, Facebook Messenger, WhatsApp und Instagram bekommen.

Dass sich Nutzerinnen und Nutzer, deren Lieblingsapps plötzlich nicht mehr verfügbar waren, neue Kommunikationswege suchten, zeigt sich auch an Äußerungen von Messenger-Diensten. So teilten etwa die Betreiber der Chat-Apps Telegram und Signal mit, sich über zahlreiche neue Nutzerinnen und Nutzer zu freuen. Bei beiden Messengern, die mit den Produkten aus dem Hause Facebook konkurrieren, machte sich der unerwartete Benutzeransturm jedoch auch in Form zeitweiliger technischer Probleme bemerkbar.

Die Dienste von Facebook waren am Montag ab 17.30 Uhr bis kurz vor Mitternacht deutscher Zeit nicht mehr zu erreichen gewesen. Facebook erklärte dies in der Nacht zum Dienstag mit einem Konfigurationsfehler. Technische Details zu den Problemen finden Sie hier. Einen Text zu den allgemeinen Folgen des Ausfalls lesen Sie hier

mbö

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