Studie deckt auf

Mastodon hat Problem mit Beiträgen über Kindesmissbrauch

30.07.2023
Lesedauer: 2 Minuten
Mastodon: Die dezentrale Organisation des Netzwerkes kann große Nachteile haben, wie eine aktuelle Studie zeigt. (Quelle: IMAGO/Shingo Tosha)

Das soziale Netzwerk Mastodon hat Probleme mit Beiträgen über sexualisierten Kindesmissbrauch. Das deckt eine neue Studie auf.

Mastodon gilt als gute Alternative zu Twitter (gerade in X umbenannt), das seit der Übernahme durch Elon Musk viele Nutzer verlassen. Das soziale Netzwerk ist dezentral organisiert – also nicht als große Plattform, sondern basierend auf einzelnen Servern, die miteinander interagieren können.

Somit entfällt auch eine zentrale Kontrollinstanz bei Mastodon, was Vorteile, aber auch Nachteile haben kann. Eine neue Studie des Stanford Internet Observatory hat nun etwa aufgedeckt, dass das Netzwerk offenbar ein Problem mit Material das sexualisierte Gewalt gegen Kinder zeigt.

Mithilfe diverser Untersuchungsmethoden fanden die Forscher über einen Zeitraum von zwei Tagen 112 Treffer für bekanntes Material, das sexualisierten Kindesmissbrauch zeigt, sowie fast 2.000 Beiträge – 713 Beiträge mit Medieninhalten sowie 1.217 reine Textbeiträge –, in denen die 20 häufigsten Hashtags verwendet wurden, die auf den Austausch von Missbrauchsmaterial hinweisen.

Mastodon mangelt es an Werkzeugen

Wie David Thiel, einer der Forscher des Berichts, der „Washington Post“ erklärte, sei die Zahl des gefundenen Materials sehr hoch. „Wir haben in einem Zeitraum von zwei Tagen mehr Treffer erhalten, als wir wahrscheinlich in der gesamten Geschichte unserer Organisation bei der Durchführung jeglicher Art von Social-Media-Analysen hatten.“

Grundsätzlich gebe es auch bei anderen sozialen Netzwerken Probleme mit entsprechenden Inhalten. Da diese aber zentral von großen Unternehmen betrieben würden, sei es dort deutlich leichter, Maßnahmen zum Schutz von Kindern und gegen die Verbreitung von Inhalten mit sexualisierten Mißbrauchsdarstellungen an Kindern durchzusetzen.

Mastodon mangle es als dezentralem Netzwerk an Werkzeugen, „die zentralisierte Social-Media-Plattformen verwenden, um Kindersicherheitsbedenken anzugehen“.

Daher schlagen die Experten vom Stanford Internet Observatory vor, dass Netzwerke wie Mastodon bessere Tools für Moderatoren und Nutzer einsetzen – wie etwa die Möglichkeit, solche Inhalte zu melden.

Verwendete Quellen

  • cyber.fsi.stanford.edu: „Addressing Child Exploitation on Federated Social Media“

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