Journalistin Nemi El-Hassan

„Likes“ für Antisemitismus – Neue Vorwürfe gegen TV-Moderatorin

22.09.2021
Lesedauer: 3 Minuten
Die Journalistin Nemi El-Hassan, hier bei einem Poetry Slam, sollte die Wissenschaftssendung „Quarks“ beim WDR moderieren – nun ist die Zusammenarbeit ausgesetzt. Foto: picture alliance / dpa

Neue Irritationen um die Journalistin Nemi El-Hassan (28), die wegen der Teilnahme an antisemitischen Demonstrationen, auf denen unter anderem zur „Vergasung“ aufgerufen wurde, in der Kritik steht.

Während der WDR die Zusammenarbeit mit El-Hassan ausgesetzt hat und die Vorwürfe prüft, sind neue belastende Positionierungen aufgetaucht. So markierte die Journalistin noch im Sommer 2021 auf Instagram antiisraelische bis antisemitische Inhalte mit „Gefällt mir“. Es handelte sich um Inhalte der amerikanischen Linksaußen-Organisation „Jewish Voice for Peace“, die für Stimmungsmache gegen Israel und Unterstützung der antisemitischen Boykott-Bewegung BDS bekannt ist.

► Ein Beitrag, in dem der Ausbruch palästinensischer Insassen aus einem israelischen Gefängnis als „unglaubliche Heldentat“ gefeiert wurde, bekam erst im September von El-Hassan ein „Like“.

Dabei waren unter den Ausgebrochenen auch islamistische Terroristen (Mitglieder der „Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden“ und des „Islamistischen Dschihad in Palästina“), die an tödlichen Attacken gegen israelische Zivilisten beteiligt waren. Einer der ausgebrochenen Terroristen hatte zusammen mit Komplizen im Jahr 2006 einen 18-jährigen Israeli entführt und mit einem Kopfschuss exekutiert. Das „Like“ von El-Hassan ist nur wenige Wochen alt.

► Auch ein Beitrag aus dem Juli, in dem der Boykott israelischer Produkte gefordert wird, wurde von der öffentlich-rechtlichen Moderatorin mit Zustimmung belohnt. Dabei stuft der Bundestag die Boykott-Bewegung BDS („Boykott, Divestment and Sanctions“) als antisemitisch ein.

► Und auch israelfeindliche Parolen wie „Antizionism is a duty“ („Antizionismus ist eine Pflicht“) oder „From the River to the See, Palestine will be free“ („Von dem Fluss bis zum Meer, Palästina wird frei sein“) versah die Journalistin noch im Mai mit einem Herz.

Beide Parolen stehen für die Auslöschung des Staates Israel, da es nicht nur um das Westjordanland geht, sondern um ganz Israel, das nach Auffassung von Israel-Hassern „befreit“ werden soll.

Dabei erklärte die Journalistin noch vor wenigen Tagen in einem „Spiegel“-Interview, dass sie keinen Hass gegen Israel hege und dem Staat „nicht das Existenzrecht“ abspreche. Zudem forderte sie eine „dauerhaft friedliche Lösung für die Region“.

Ob diese aus einer Zwei- oder Einstaatenlösung bestehe, könne El-Hassan aber nicht einschätzen, so hieß es, da sie „keine Politologin“ sei. Ihre Teilnahme am antisemitischen Al-Kuds-Marsch bezeichnete sie als „Fehler“ und erklärte, sich von diesem Umfeld entfernt zu haben.

El-Hassan (l.) beim islamistischen Al-Kuds-Marsch in Berlin, auf dem zur Vernichtung Israels aufgerufen wird (Archiv, 2014) (Foto: ullstein bild)
El-Hassan (l.) beim islamistischen Al-Kuds-Marsch in Berlin, auf dem zur Vernichtung Israels aufgerufen wird (Archiv, 2014) (Foto: ullstein bild)

El-Hassan wird mittlerweile auch von zahlreichen Journalisten, Kunstschaffenden und Aktivisten unterstützt, die ihr bescheinigen, sich „seit Jahren dezidiert gegen Antisemitismus“ einzusetzen. Sie habe sich klar zu ihren „Fehlern ihrer Vergangenheit“ bekannt und distanziert.

Brisant: In der Nacht vom Montag auf Dienstag entfernte Nemi El-Hassan ihre „Gefällt mir“-Markierungen unter den Beiträgen.

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