Sie nennen ihn den „Paten“.
KI-Experte Dr. Geoffrey Hinton (75) hat seinen Job bei Google geschmissen! Nach mehr als zehn Jahren verlässt er den Tech-Giganten. Nun warnt er vor seinem eigenen Lebenswerk.
Geoffrey Hinton selbst war maßgeblich an der Entwicklung der Basis für Chatbots beteiligt. Allerdings wird die Sorge vor den Risiken künstlicher Intelligenz größer. Auch Hinton schließt sich dem Chor an.
Zuletzt war Hinton bei Google im Bereich „Deep Learning“ tätig, in Fachkreisen nennt man ihn sogar den „Godfather of A.I.“ (artificial intelligence = künstliche Intelligenz). Mittlerweile aber bereut er seine Arbeit zumindest teilweise. Im Interview mit der „New York Times“ und der britischen „BBC“ spricht er unbefangen über ernsthafte Chatbot-Risiken.
Zu seiner Schöpfung: „Ich tröste mich mit der üblichen Entschuldigung: Wenn ich es nicht getan hätte, hätte es jemand anderes getan“.
Ist KI ein Werkzeug für Verbrecher?
Es sei schwierig, sich eine Zukunft vorzustellen, in der Kriminelle die KI nicht für ihre Zwecke nutzten, befürchtet Dr. Hinton. Der 75-Jährige glaubt zudem, dass KI eines Tages Arbeitsplätze vernichten wird – mit sozialen und wirtschaftlichen Konsequenzen. „Im Moment sind sie nicht intelligenter als wir, soweit ich das beurteilen kann. Aber ich denke, sie werden es bald sein“.
Um es kurz auf den Punkt zu bringen: Aktuell befindet sich die Tech-Branche an dem womöglich größten Wendepunkt seit Jahrzehnten. Es werden Milliardensummen in Start-ups wie „Open AI“ gepumpt – eine rasante Entwicklung.
Umso mehr wird diskutiert, ob man den Konzernen das Steuer ganz überlassen sollte.
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Ende März stellte das KI-Unternehmen „OpenAI“ seine neueste Version des Textroboters „ChatGPT“ vor. Daraufhin forderten unzählige Technologieführer und Experten, darunter auch Milliardär Elon Musk, in einem offenen Brief eine Pause bei der Entwicklung. Hinton wollte sich allerdings erst nach seiner Kündigung bei Google kritisch äußern.
Im Interview mit dem Magazin „Technology Review“ gesteht er außerdem, dass er sich einige Details nicht mehr so gut merken könne wie früher – ein weiterer Grund für seinen Abschied aus dem Job. Hinton: „Ich bin 75, also ist es Zeit, in den Ruhestand zu gehen.“ Jetzt will er hauptsächlich eine mahnende Rolle einnehmen.



