Der Podcaster Joe Rogan äußert Bedenken vor seinem Millionenpublikum. Laut Rogan dürfen sich weiße Männer nicht mehr frei äußern.
Los Angeles – Die Vorherrschaft weißer Männer hat in 2021 ihr Ende gefunden. Zumindest fürchtet sich der Podcaster und Comedian Joe Rogan davor, als weißer Mann seine Meinung nicht mehr frei äußern zu dürfen. Merkwürdig, denn für einen Lizenzdeal mit Spotify soll er 100 Millionen Dollar bekommen, um genau das zu tun. So berichtet es das Wallstreet Journal.
Der ehemalige Schauspieler und aktuelle Kommentator der Kampfsportveranstaltung UFC Joe Rogan hat sich eine der größten und einflussreichsten Medienplattformen in der US-Politik aufgebaut, wenn nicht sogar die einflussreichste. Elf Millionen Menschen abonnieren seinen Podcast, immer wieder lädt er berühmte Persönlichkeiten wie Elon Musk oder Mike Tyson ein. In der letzten Folge der „The Joe Rogan Experience“ beklagte er nun, dass keiner mehr lustige Filme mache und das „heterosexuelle weiße Männer nicht mehr sprechen dürfen.“
Joe Rogan: Bald dürfen weiße Männer nicht einmal mehr ihr Haus verlassen
Doch obwohl sich das Genre der Komödie immer noch hoher Beliebtheit erfreut, fragt sich Rogan: „Kann man überhaupt noch einen guten Comedy-Film machen, oder haben sie es so gefährlich gemacht, gecancelt zu werden, dass Comedy-Filme nicht mehr machen kann?“
„Man kann nie wachsam genug sein, das ist das Problem“, führte Rogan fort. „Es geht immer weiter und weiter […] bis sie an den Punkt kommen, wo sie kapitulieren. Wo sie all diesen Forderungen zustimmen und das führt dazu, dass es weißen Männer nicht mehr erlaubt ist, zu sprechen. Weil es dein Privileg ist, dich auszudrücken, während People of Color im Laufe der Geschichte zum Schweigen gebracht wurden.“ Bald soll es weißen Männern nicht einmal mehr erlaubt sein ihr Haus zu verlassen, so Rogan.
Weiß, wohlhabend, männlich: Joe Rogan fürchtet sich davor „gecancelt“ zu werden
Zu diesem Zeitpunkt fing sein Podcast-Gast Joe List, ein 53-jähriger Mann, an, zu lachen. Doch Joe Rogan versicherte ihm, dass er es ernst meinte. „Ich scherze nicht. Es wird wirklich so weit kommen. Es ist so verrückt,“ erklärt Rogan ohne Beweise zu nennen.
Ein wohlhabender weißer Mann spricht vor einem Millionenpublikum in den USA davon, dass er Angst habe „gecancelt“ zu werden. In derselben Woche, in der Joe Rogan diese Bedenken geäußert hatte, äußerte sich dessen Freund Tony Hinchcliffe vor laufender Kamera rassistisch gegen asiatisch-gelesene Menschen. Ein klarer Fall von Rassismus gegen Asiat:innen. Dass Hinchcliffe seitdem in Karriereschwierigkeiten gekommen ist, würde wohl kaum jemand als „Cancel Culture“ bezeichnen. Außer vielleicht Joe Rogan. (David Suárez Caspar)




