Gender-Wahn

Jetzt sollen wir sogar das Alphabet neu buchstabieren

18.08.2021
Lesedauer: 2 Minuten
Bisher wird das ABC beim Diktieren durch Namen (D wie Dora) veranschaulicht. Foto: New Africa - stock.adobe.com

Der Gender-Wahn macht sogar vor dem Alphabet nicht halt – in Zukunft sollen wir Buchstaben mit Städtenamen statt wie bisher mit Vornamen (Anton, Berta, Cäsar, Dora) veranschaulichen.

Ein Hintergrund: Weil dabei 16 männliche, aber nur 6 weibliche Vornamen verwendet werden, soll für die seit 1890 gebräuchliche „Buchstabiertafel“ eine neue Regelung her. „Das entspricht nicht der heutigen Lebensrealität“, lautet die Begründung des Instituts für Normung (DIN).

Da es jedoch unmöglich sei, „alle relevanten ethnischen und religiösen Gruppen geschlechtergerecht ausgewogen“ darzustellen, sollen ab Mitte 2022 Städtenamen (Augsburg, Berlin, Cottbus, Düsseldorf) verwendet werden.

Diesen Vorstoß der DIN kritisiert nun eine ProfessorIN!

So könnten wir zukünftig buchstabieren - Infografik

Dass Schüler, Firmen und Ämter künftig politisch korrekt buchstabieren sollen, hält Soziologie-Professorin Ulrike Ackermann für eine absurde „Sprachreinigung“: „Die Menschen sollen umerzogen werden.“

Relikte aus NS-Zeit

Ein weiterer Grund für die angestrebte Alphabet-Reform: In der aktuellen Auswahl der Vornamen stecken noch immer Relikte aus der Zeit der Nationalsozialisten.

Die hatten 1934 alle jüdischen Namen entfernt: Aus David wurde Dora, aus Nathan Nordpol, aus Samuel Siegfried. Die Tafel wurde nach 1945 einige Male überarbeitet.

Viele rätseln jedoch, warum man bei der angestrebten Überarbeitung der Buchstabiertafel nicht einfach die jüdischen Vornamen wieder einfügt, statt alle Namen durch Städte zu ersetzen. Wo vor 1934 Nathan stand, könnte in Zukunft dann Nürnberg stehen.

Die Ende Juli vorgestellte Fassung mit den Ortsnamen ist jedoch nur ein Entwurf, Interessierte können sich noch mit Ideen und Kommentaren an das Deutsche Institut für Normung wenden. Die endgültige Fassung wird Mitte 2022 erwartet.

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