Technologie

Google und Facebook verlangen Impfnachweis von Mitarbeitern

29.07.2021
Lesedauer: 3 Minuten
Der Johnson & Johnson-Impfstoff wird am Grand Central Bahnhof in New York verspritzt. Immer mehr Behörden und Unternehmen in den USA führen die Impfpflicht für ihre Mitarbeiter ein. Carlo Allegri /Reuters

Als erster Technologiekonzern verlangt Google von seinen Angestellten eine Corona-Impfung, wenn sie ins Büro zurückkehren wollen. Davon betroffen sind auch die Mitarbeiter am Standort Zürich.

Zwei der weltgrössten Tech-Konzerne führen eine Impfpflicht ein: Google und Facebook verlangen künftig von Mitarbeitern, die ins Büro zurückkehren wollen, einen Impfnachweis gegen das Coronavirus. «In den kommenden Wochen», teilte Googles CEO Sundar Pichai den Angestellten am Mittwoch mit, sei die Belegschaft am Firmensitz in Mountain View, Kalifornien von der Regelung betroffen. «In den nächsten Monaten» solle diese Pflicht dann auf Google-Standorte in anderen Ländern ausgedehnt werden. In Zürich unterhält der Konzern den grössten Forschungssitz ausserhalb der USA mit mehr als 4000 Mitarbeitern.

Auch Facebooks Angestellte, die aus Büros in den USA arbeiten wollen, müssen künftig geimpft sein. Für andere Weltregionen arbeite man derzeit an einem Plan, teilte die für Personalangelegenheiten zuständige Facebook-Managerin Lori Goler mit.

Die Entscheide sind bemerkenswert, wenn man sich die Grösse der Konzerne vergegenwärtigt: Google beschäftigt mehr als 144 000 Mitarbeiter in mehr als 50 Ländern, Facebooks Belegschaft umfasst mehr als 61 000 Angestellte weltweit. Sollten auch andere Tech-Firmen den Beispielen folgen, könnten diese die Impfquoten durchaus nach oben treiben. In Kalifornien sind erst 52 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. Insbesondere in der kalifornischen Bay Area ist die Präsenz der Tech Firmen enorm: Dort beschäftigen Google und Facebook jeweils mehrere Zehntausend Angestellte.

Auch Morgan Stanley und Goldman Sachs haben Impfpflicht

Pichai betonte, dass es ihm darum gehe, dass die Angestellten guten Gewissens ins Büro zurückkehren könnten. «Sich impfen zu lassen, ist eine der wichtigsten Möglichkeiten, uns und unsere Gemeinden in den kommenden Monaten zu schützen», schrieb der CEO.

Es ist davon auszugehen, dass in den kommenden Wochen auch andere Technologie-Konzerne im Silicon Valley eine Impfpflicht einführen werden. Apple etwa beschäftigt weltweit mehr als 160 000 Angestellte, Amazon gar mehr als 1,3 Millionen. Erfahrungsgemäss folgen in solchen Fragen kleine Tech-Firmen dem Vorbild der grossen. Apple, Google und Facebook hatten auch im vergangenen Frühjahr beim Ausbruch der Pandemie ihre Mitarbeiter in die Heimarbeit geschickt, bevor die Kommunen entsprechende Anweisungen erteilten. Kurz danach waren kleinere Tech-Firmen dem Beispiel gefolgt.

Google und Facebook sind nicht die einzigen Konzerne in den USA, die nun von ihren Mitarbeitern Impfungen verlangen: Die Finanzinstitute Morgan Stanley, Goldman Sachs und Wells Fargo haben jüngst ähnliche Auflagen eingeführt.

Verpflichtende Rückkehr ins Büro verschoben

Google wie auch Facebook fügten hinzu, dass man für diejenigen Mitarbeiter, die sich etwa aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen könnten, andere Lösungen finden werde. Wer aus politischen Überzeugungen eine Impfung ablehne, so schrieb Googles CEO Pichai, werde gebeten, weiter von zu Hause aus zu arbeiten und sich mit der Personalabteilung über Optionen auszutauschen.

Angesichts zunehmender Corona-Erkrankungen in den USA aufgrund der Delta-Variante verschiebt der Konzern auch die verpflichtende Rückkehr ins Büro. Schon jetzt können Googler, wie sich die Angestellten des Konzerns selbst nennen, auf freiwilliger Basis wieder vom Büro aus arbeiten. Statt wie geplant Ende September müssen nun alle Angestellten erst im Oktober von der Heimarbeit zurück an den Arbeitsplatz kommen. Dann sollen die Googler voraussichtlich drei Tage pro Woche im Büro erscheinen. Auch Apple hatte jüngst die geplante verpflichtende Rückkehr ins Büro für seine Angestellten von September auf Oktober verschoben. Der aus Seattle stammende Tech-Konzern Microsoft plant zurzeit, seine Angestellten im September zurück ins Büro zu holen. Microsoft teilte bereits mit, dass Mitarbeiter dafür nicht zwingend einen Nachweis über eine Impfung vorlegen müssten, aber diese empfohlen werde. Der Konzern behielt sich aber vor, die Impfpflicht zu überdenken.

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