Gen Z ist Geld wichtiger als Liebe – neue Studie enthüllt ernüchternde Dating-Eigenschaft

07.01.2024
Lesedauer: 5 Minuten

Dating in der Gen Z: Geld geht über Liebe. Laut einer Studie priorisiert fast die Hälfte der Gen Z finanzielle Stabilität gegenüber romantischen Verbindungen.

Milwaukee/USA – Für jüngere Paare hat Geld eine höhere Priorität als die romantische Liebe. Das ist das ernüchternde Ergebnis einer Studie, die der US-amerikanische Versicherungskonzern Northwestern Mutual veröffentlichte. In der „Planning & Progress“-Studie wurden 2700 Personen zu Geld und dessen Einfluss auf ihr Leben befragt.

Knapp die Hälfte (49 Prozent) der Generation Z ist der Meinung, dass finanzielle Sicherheit innerhalb einer Beziehung wichtiger ist als die Kompatibilität.

Aber nicht nur das: Fast ein Drittel (32 Prozent) der Gen Z, also der jungen Erwachsenen, die zwischen den Jahren 1996 und 2009 geboren wurden, ist der Meinung, dass das Thema Geld schon vor einer ernsthaften Beziehung angesprochen werden sollte. Bei den Millennials ist die Zahl sogar noch höher (40 Prozent). Mehr als 7 von 10 US-Amerikanern (72 Prozent) über alle Altersgruppen hinweg sind der Meinung, dass diese Diskussion „lange vor der Ehe oder dem Zusammenleben“ stattfinden sollte.

Generationen ABC: Wer ist eigentlich wer?

Generation Alpha (ab 2010): Die Generation Alpha, geboren ab 2010, folgt auf die Generation Z. Als erste, die komplett mit Technologien des 21. Jahrhunderts aufwächst, sind sie noch digitaler geprägt. Ihre Lebensweise wird durch fortgesetzte Digitalisierung, politische Instabilität und demografischen Wandel beeinflusst.

Generation Z wie Zoomer (1997-2009): Die Generation Z, oder „Zoomer“, aufgewachsen mit Internet und mobilen Geräten, sind Digital Natives. Als Einzelkämpfer und Individualisten konzentrieren sie sich auf persönliche Ziele, nutzen soziale Netzwerke ohne Rücksicht auf Privatsphäre und maximieren Erlebnisse. Wissen wird situativ über das Internet abgerufen.

Generation Y / Millennials (1981-1996): Die Generation Y, oder Millennials, erlebte Unsicherheit durch Ereignisse wie 9/11 und Jugendarbeitslosigkeit. Als „Generation Why“ betonen sie Freude an der Arbeit, Selbstverwirklichung und Freizeit über Status. Als erste Digital Natives sind viele H.E.N.R.Y.‘s, (= High Earners, Not Rich Yet) gut verdienend, aber noch nicht reich.

Generation X (1965-1980): Die Generation X wurde durch technologischen Fortschritt, Umweltschutz, Konjunkturkrisen und steigende Arbeitslosigkeit geprägt. Arbeit als zentraler Lebensinhalt, sie betonen alternative Lebensentwürfe und Work-Life-Balance, erleben jedoch eine Orientierungslosigkeit.

Generation (Baby-) Boomer (1945-1964): Die Baby-Boomer erlebten wirtschaftlichen Aufschwung, höchste Geburtenzahlen und wenige Krisen. Geprägt durch Konkurrenzverhalten, betonen sie Aufmerksamkeit und Individualität, fallen in die Zeit der Friedens- und Umweltbewegung.

Geld und Liebe: Die Schere der Generationen

Die Northwestern Mutual-Studie zeigt auch, dass jüngere Paare im Vergleich zu älteren Paaren vermehrt Schwierigkeiten haben, finanziell auf gleicher Höhe zu sein, was ihre Beziehungen stark beeinträchtigen kann. Sogenannte Boomers geben fast 20 Prozentpunkte häufiger als Gen Z an, dass sie mit ihren Partnern bei der Finanzverwaltung auf Augenhöhe sind (85 Prozent vs. 67 Prozent). Bei den Millennials gaben 77 Prozent an, dass Finanzen ein wichtiges Thema in ihrer Beziehung sind.

Zugehörige Paare der Gen Z gaben zu 34 Prozent an, dass Finanzen eine große Herausforderung und das schwierigste Thema innerhalb der jeweiligen Beziehung sind. Bei den Boomern waren es lediglich 17 Prozent. Besondere Zustimmung in diesem Punkt gab es bei den Millennials mit 42 Prozent.

Pandemie und andere Krisen: Die Gründe des Dating-Burn-Outs der Gen Z

Dass die ängstliche Generation Z Geld vor wahrer Liebe priorisiere, liegt laut einer Umfrage des Kredit-Online-Portals Lendingtree aus dem September 2022 auch an der aktuellen Inflation nach der globalen Corona-Pandemie. Die Umfrage, die 1.578 Nutzer und Nutzerinnen zu ihren Dating-Gewohnheiten befragte, zeigt, dass die Mehrheit der Teilnehmenden angibt, dass Verabredungen einfacher wären, wenn sie über mehr Geld verfügen würden. Fast jeder Fünfte gibt zudem an, aufgrund der Inflation weniger Verabredungen zu haben.

Mehrheitlich (77 Prozent) glauben die Befragten, dass die Partnersuche einfacher wäre, wenn sie finanziell besser gestellt wären, wobei Männer (83 Prozent) dies häufiger betonen als Frauen (73 Prozent). Dennoch sind 32 Prozent bereit, zu einem Date zu gehen, selbst wenn sie es sich nicht leisten können, wobei Männer (36 Prozent) hierbei häufiger zustimmen als Frauen (30 Prozent).

Geldmangel aufgrund der Inflation beeinflusst 19 Prozent der Verabredeten, die angeben, weniger Dates zu haben. Weitere 14 Prozent versuchen, bei Verabredungen weniger Geld auszugeben. Insgesamt gaben 22 Prozent der Millennials (26- bis 41-Jährige) und 19 Prozent der Gen Z (18- bis 25-Jährige) an, sich verschuldet zu haben, weil sie Geld für ein Date ausgegeben haben.

Generation Beziehungsunfähig: Tötet die Inflation die Romantik?

Unabhängig von der aktuellen Partnerschaftsphase denken 54 Prozent der Männer, dass sie für das erste Date zahlen sollten, während 26 Prozent der Frauen für eine Kostenteilung plädieren. Die Generation Z bevorzugt, dass entweder die einladende Person (34 Prozent) zahlt oder die Kosten geteilt werden (32 Prozent). Millennials (22 Prozent) neigen eher dazu, sich aufgrund von Ausgaben bei Dates zu verschulden. Etwa 6 Prozent der Amerikaner wurde ihre Karte bei einem ersten Date abgelehnt, wobei Personen mit einem jährlichen Einkommen von 75.000 bis 99.999 Dollar und Sechsstellige die höchste Wahrscheinlichkeit haben, trotzdem ein zweites Date zu bekommen (jeweils 6 Prozent).

Matt Schulz, Chief Credit Analyst bei Lendingtree, erklärte in einem Interview mit CNBC: „Alles wird teurer. Und nicht nur die neuen Kleider, die Rosen, die Mitfahrgelegenheit, das schicke Abendessen, die Konzerte oder der Kaffee nach der Show – es ist alles.“ Schulz weiter: „Die zusätzlichen Kosten für jedes dieser Dinge mögen für sich genommen nicht weltbewegend sein, aber zusammengenommen können sie eine sehr große Sache sein.“

Gen Z im TikTok-Wahn: „Ich sammle Männer wie Pokémon’s“

Für Aufsehen sorgte auch ein kürzlich veröffentlichtes TikTok-Video der Gen-Z-Influencerin Suki Tegan. Sie sammle „Männer wie Pokémon’s“ und teilte ihrer Community aus rund 155.000 Followern mit, dass Dates „für Geld, nicht für Liebe“ da wären:

Ein User kommentiere unter dem Video: „Als Mann macht mich dieses Video irgendwie traurig“, woraufhin Evil Suki antwortet: „Wie man sich bettet, so liegt man“ und es sei „einfach ein unausgesprochenes Agreement, dass du hübsch bist und er reich.“ (ls)

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