Unterlassungsaufforderung

Fox News warnt Tucker Carlson vor Fortsetzung seiner Twitter-Show

13.06.2023
Lesedauer: 2 Minuten
Tucker Carlson: »Nicht zur Veröffentlichung« Foto: Brian Cahn / ZUMA Wire / IMAGO

Trotz seines Ausscheidens bei Fox News sei Carlson an seinen bis 2025 geltenden Exklusivvertrag gebunden, schreibt der Sender seinem Ex-Starmoderator. Eine Reaktion darauf kam zunächst nur von Carlsons Anwalt.

Der US-Nachrichtensender Fox News hat den kürzlich von ihm entlassenen Moderator Tucker Carlson davor gewarnt, seine Abendshow nun auf Twitter fortzusetzen. Trotz seines Ausscheidens bei Fox News sei Carlson an seinen bis 2025 geltenden Exklusivvertrag gebunden, hieß es in einer vom Nachrichtenportal »Axios«  und der »New York Times«  zitierten Unterlassungsaufforderung. Die sei in Großbuchstaben mit den Worten »Nicht zur Veröffentlichung« überschrieben.

Sein »Freund und Mandant« werde »nicht zum Schweigen gebracht – weder von der extremen Linken noch von Fox News«, erklärte Carlsons Anwältin Harmeet Dhillon auf Twitter. Fox News äußerte sich zunächst nicht zu den Berichten.

Tucker Carlson ist eine der einflussreichsten konservativen Stimmen in den USA und als rechter Scharfmacher bekannt. Kritiker werfen ihm rassistische Äußerungen und falsche oder irreführende Angaben vor. Vor wenigen Monaten sorgte er mit einer Dokumentation für Aufsehen, in der er die Gewalt durch Anhänger des abgewählten Präsidenten Donald Trump bei der Kapitol-Erstürmung vom 6. Januar 2021 kleinredete.

Aufrufe im zwei- bis dreistelligen Millionenbereich

Carlson, der Trump immer wieder interviewte, hatte von allen Abendmoderatoren der US-Nachrichtensender die besten Einschaltquoten. Immer wieder wurden ihm auch politische Ambitionen nachgesagt. Die Trennung Ende April erfolgte weniger als eine Woche nach dem historischen Vergleich zwischen Fox News und dem Wahlmaschinen-Unternehmen Dominion im Streit um falsche Wahlbetrugsvorwürfe nach der Präsidentschaftswahl 2020. Carlsons Name war im Zusammenhang mit dem von Dominion angestrengten Verleumdungsverfahren gegen Fox News immer wieder aufgetaucht.

Wenige Wochen nach seinem Aus bei Fox News kündigte Carlson an, seine Show auf Twitter zu verlegen. Anfang Juni veröffentlichte Carlson zunächst zwei längere Tiraden auf Twitter – ganz im Stil der Anmoderationen seiner früheren Show bei Fox News. In der nächsten Folge seiner Twitter-Show soll es nach Angaben seines Produzenten um die Anklage von Ex-Präsident Donald Trump gehen.

Carlsons erstes Video wurde 115 Millionen Mal angeklickt, das zweite Video hatte bis Montagabend mehr als 55 Millionen Aufrufe. Fox News hingegen musste im Mai nach Carlsons Abgang einen Rückgang der Einschaltquoten hinnehmen, lag aber immer noch vor seinen Konkurrenten MSNBC und CNN. 

pbe/AFP

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