Wegen Putin-Interview

EU-Politiker fordern Sanktionen gegen Moderator Tucker Carlson

08.02.2024
Lesedauer: 2 Minuten
Tucker Carlson: Landet der US-Moderator auf der EU-Sanktionsliste? (Quelle: Richard Drew/ap)

Schon vor Veröffentlichung seines Gespräches mit Wladimir Putin sorgt Tucker Carlson für Aufregung: In Brüssel sollen jetzt Sanktionen gegen den Amerikaner diskutiert werden.

Dem US-Moderator Tucker Carlson droht Ärger: Mehrere EU-Parlamentarier haben gefordert, dass die EU Sanktionen gegen den 54-Jährigen wegen seines geplanten Interviews mit Russlands Präsident Wladimir Putin prüfen soll: „Da Putin ein Kriegsverbrecher ist und die EU alle sanktioniert, die ihn dabei unterstützen, erscheint es logisch, dass der Auswärtige Dienst auch seinen Fall untersucht“, sagte der belgische EU-Parlamentarier Guy Verhofstadt gegenüber dem US-Nachrichtenmagazin „Newsweek“.

Carlson ist bekannt für scharf rechte Positionen, die Verbreitung von Verschwörungstheorien, eine inhaltliche Nähe zum früheren US-Präsidenten Donald Trump – und mit Blick auf den Ukraine-Krieg für eine sehr russlandfreundliche und Kiew-kritische Haltung. So hat er wiederholt die US-Hilfe für die Ukraine kritisiert. Befürchtet wird deshalb, dass Carlson Putin eine Plattform für die Verbreitung von Propaganda bietet. Mehr zu dem Moderator lesen Sie hier.

„Propaganda eines kriminellen Regimes“

Verhofstadt nannte Carlson ein „Sprachrohr“ des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump und forderte die EU auf, ein Einreiseverbot gegen den Moderator zu prüfen. Entsprechende Sanktionen können nach Prüfung des Auswärtigen Dienstes durch Zustimmung im Rat der Staats- und Regierungschefs der EU-Länder beschlossen werden.

Ähnlich argumentierte auch der estnische EU-Abgeordnete Urmas Paet. Carlson ist aus Sicht des Politikers kein echter Journalist mehr: „Für solche Propaganda eines kriminellen Regimes“ können man auf der Sanktionsliste landen. „Dabei geht es vor allem um Reiseverbote in EU-Länder“, sagte der ehemalige Außenminister Estlands dem Magazin. Carlson äußerte sich gegenüber dem Medium bisher nicht zu den Vorwürfen.

Diplomat skeptisch

Ein EU-Diplomat, der nicht namentlich genannt werden wollte, zeigte sich dem Magazin gegenüber skeptisch: Für Reisebeschränkungen müsse nachgewiesen werden, dass Carlson direkt in Verbindung zur Aggression Russlands stehe, was „fehlt oder schwer zu beweisen ist.“

Das umstrittene Interview mit dem russischen Präsidenten soll am Donnerstag veröffentlicht werden. Carlson schrieb am Mittwoch auf der Onlineplattform Instagram, das aufgezeichnete Gespräch werde um 18.00 Uhr (US-Ostküstenzeit; Freitag, 0 Uhr, deutscher Zeit) auf seiner Website gezeigt. Es ist das erste Interview Putins mit einem westlichen Journalisten seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vor bald zwei Jahren.

Verwendete Quellen

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