Der frühere ZDF-Chefredakteur Peter Frey preist die neue Vielfalt im Programm der Öffentlich-Rechtlichen. Ist die wirklich gegeben? Und wie war das wirklich in den letzten Jahren? Ein Gastbeitrag.
„Nicht zurück in die 70er-Jahre“, fordert Peter Frey, Ex-Chefredakteur des ZDF, in seinem lesenswerten Beitrag (29. April), dem ich in vieler Hinsicht durchaus zustimme. Er wendet sich damit gegen den vielfach erhobenen Vorwurf, die Sender seien „politisch zu einseitig, es fehlten konservative Stimmen im Programm“. Diese Sicht führe zurück in Zeiten, „als die Zuschauer, sobald dieser oder jener Kopf auftauchte, wussten, wohin er politisch gehörte“. In vielen Fällen merke ich das heute allerdings auch, aber das scheint mir nicht das entscheidende Problem zu sein.
Um bei den 70ern zu bleiben: Ich habe diese Jahre als Nachrichtenredakteur des ZDF miterlebt und kann insoweit mitreden. Es stimmt, in der Auswahl von Themen und politisch relevanter Äußerungen wurde vordergründig ein gewisser, manchmal steril anmutender Proporz gewahrt.



