Kurznachrichtendienst

„Eine Schande“ – Während Trump auf Twitter gesperrt ist, dürfen Taliban weiterhin posten

20.08.2021
Lesedauer: 2 Minuten
Der ehemalige US-Präsident Donald Trump nennt das Verhalten von Twitter „eine Schande“ - Quelle: Getty Images/Brandon Bell

Die Taliban können ihre Nachrichten ungehindert auf Twitter verbreiten. Donald Trump ist hingegen weiterhin von dem Kurznachrichtendienst gesperrt. Nicht nur der ehemalige US-Präsident, auch Experten kritisieren Twitter dafür.

it Texten, Fotos und Videos verbreiten die Taliban auf Twitter ihre Ansichten über die Einnahme von Kabul und Afghanistan. Auf mehreren Accounts zeigen sie ihre erbeuteten Waffen und verkünden die Scharia. Der Account von Zabiullah Mujahid, der als Sprecher des „Islamischen Emirats Afghanistan“ auftritt, zählt mehr als 300.000 Abonnenten.

Während die Islamisten-Miliz Taliban scheinbar ungehindert ihre Sichtweisen darstellen dürfen, ist Donald Trumps Account „@realDonaldTrump“ weiterhin auf dem Kurznachrichtendienst gesperrt. In einem Interview mit dem rechtskonservativen US-Sender „Newsmax“ beschwerte sich der ehemalige US-Präsident am Mittwoch über Twitter:

„Es ist eine Schande, wenn Mörder und Verbrecher und Diktatoren und einige schreckliche Diktatoren und Staaten noch dabei sind und der Präsident der Vereinigten Staaten, der übrigens Hunderte Millionen von Menschen hinter sich hat, aus dem Verkehr gezogen wird.“

Auch der Münchener Imam mit afghanischen Wurzeln Ahmad Schekeb Popal zeigt sich gegenüber dem Bayerischen Rundfunk entsetzt, dass die Taliban weiterhin auf Twitter ihre Botschaften verbreiten können.

„Aus meiner Sicht sollten die Twitter-Profile der Taliban gesperrt werden“, fordert er. „Normalerweise bin ich dafür, dass man seine Meinung frei äußern kann. Aber die Taliban stehen für Hass und Diskriminierung. Sie sind auch geistige Brandstifter. Deswegen dürfen Twitter und andere soziale Netzwerke nicht mitspielen.“Anzeige

Der CNN-Korrespondent Donie O‘Sullivan verweist auf die Leitlinien des Kurznachrichtendienstes: „Der ehemalige Präsident der Vereinigten Staaten ist von Twitter verbannt, die Taliban aber nicht“, schrieb O‘Sullivan auf Twitter. „Ob man nun mit Deplatforming einverstanden ist oder nicht, es gibt eindeutig große Lücken in den Richtlinien des Unternehmens.“

Twitter gab in einer Stellungnahme bekannt, dass man Beiträge der Taliban nicht sofort sperren wolle. „Die Situation in Afghanistan entwickelt sich rasant“, so das Unternehmen. „Wir beobachten, dass Menschen in dem Land Twitter auch nutzen, um Hilfe und Unterstützung zu suchen.“

Twitter hatte am 8. Januar dieses Jahres den Account von Donald Trump gesperrt, nachdem radikale Anhänger von ihm das Kapitol in Washington gestürmt hatten. Zudem hatte der damalige US-Präsident wiederholt auf Twitter behauptet, er hätte die Wahl gewonnen und nicht Joe Biden. Twitter rechtfertigte die Sperrung, Trump würde Hass, Gewalt und Hetze schüren und damit gegen die Richtlinien des Netzwerks verstoßen.

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