Weil bei einer Verwechslung außenpolitischer Schaden drohen könnte – mit dieser Begründung ist das Auswärtige Amt gegen einen Twitter-Account vorgegangen, der sich über die deutsche Außenministerin lustig macht.
Das Auswärtige Amt ist gegen einen satirischen Twitter-Account vorgegangen, um Verwechslungen mit den Tweets von Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) zu vermeiden. Nach der Intervention aus dem Berliner Regierungsviertel ist der Satire-Account Baerbockpress nun ausdrücklich als Parodie gekennzeichnet.
„In der Vergangenheit ist es tatsächlich zu Verwechslungen gekommen“, erklärte ein Sprecher des Ministeriums am Montag in Berlin. Ursprünglich sei nämlich kein Unterschied zu Baerbocks offiziellem Twitter-Account erkennbar gewesen.
Der Satire-Account schmückt sich zwar noch immer mit dem gleichen Profilfoto wie der eigentliche Account der Ministerin, trägt nun jedoch den offiziellen Titel „Außenministerin Parody Annalena Baerbock“. Er verspricht etwa seinen rund 50.000 Followern diplomatische Immunität oder versendet Ulk-Nachrichten in holprigem Pseudo-Englisch wie „China want to sell me for stupid, but now I know how the rabbit runs.“
China want to sell me for stupid, but now I know how the rabbit runs: If they don’t act against climate change, I will candidate in China to change their policy. They will don’t beat me over the ear! pic.twitter.com/6l6VWkF12e
— Außenministerin Parody Annalena Baerbock (@baerbockpress) August 5, 2023
Der Sprecher betonte, als Person des öffentlichen Lebens müsse die Ministerin auch Parodie aushalten. In diesem speziellen Fall drohe bei einer Verwechslung jedoch außenpolitischer Schaden, „wenn in eine Krise, die sich zuspitzt, hinein getwittert wird“.
Die „Bild“-Zeitung hatte am Wochenende über das Vorgehen des Auswärtigen Amtes und die kurzzeitige Sperrung des Parodie-Accounts berichtet. Demnach hat das Ministerium Twitter/X am 28. Juli auf die Verwechslungsgefahr hingewiesen. Zuvor hatte der Account einen Tweet des beim Putsch im Niger gestürzten Außenministers retweetet und mit den Worten kommentiert: „Salut, salut. Je suis Annalena. Vive la démocratie!“ (Deutsch: „Hallo, hallo. Ich bin Annalena. Es lebe die Demokratie“). Es folgten weitere satirische Tweets, darunter die angebliche Ankunft Baerbocks im Niger, um mit den putschenden Militärs zu verhandeln.
Wer sich hinter der Baerbock-Parodie verbirgt, ist unklar. Auch eine Reaktion von Twitter lag zunächst nicht vor. Elon Musk, der Besitzer der Plattform, hatte allerdings schon im vergangenen Jahr angekündigt, dass Fake-Accounts, die sich für andere ausgeben, künftig das Wort „Parodie“ direkt im Namen führen müssen.
Quelle: dpa/EPD



